BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt im Interview: „Marco hat die Messlatte für die anderen Fahrer sehr hoch gelegt.“

MIL OSI – Source: BMW Group – Press Release/Statement

Headline: BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt im Interview: „Marco hat die Messlatte für die anderen Fahrer sehr hoch gelegt.“

München (DE), 20. Oktober 2016. Auf dem Hockenheimring (DE) wurde
Marco Wittmann (DE) am Sonntag zum zweiten Mal DTM-Champion. Das war
vor ihm noch keinem anderen BMW Fahrer gelungen. In der Teamwertung
belegte das BMW Team RMG Platz zwei vor dem BMW Team RBM – und
beendete die Saison damit zum dritten Mal in Folge als bestplatzierte
BMW Mannschaft. In der DTM-Herstellerwertung kam BMW ebenfalls auf den
zweiten Rang.
Im Interview spricht BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt über
Marco Wittmanns Titelgewinn und bewertet die fünfte Saison seit dem
DTM-Comeback von BMW.

Herr Marquardt, wie hoch ist der Titelgewinn von Marco
Wittmann einzuschätzen?
Jens Marquardt: „Marco Wittmann hat seinem Spitznamen ‚Mega Marco’,
den er seit seinem ersten Titelgewinn 2014 trägt, in der vergangenen
Saison alle Ehre gemacht. Sein Topspeed, seine Nervenstärke und seine
Cleverness haben Marco zum verdienten Champion 2016 gemacht. Er hat
die Messlatte für alle anderen Fahrer in der DTM sehr hoch gelegt.“

Was macht Marco so stark?
Marquardt: „Er hat eigentlich keine Schwächen. Auf die eine Runde im
Qualifying ist Marco extrem schnell, gleichzeitig kann er sich ein
Rennen perfekt einteilen und sehr intelligent fahren. Diese Mischung
aus rohem Speed und Köpfchen ist der Stoff, aus dem Champions gemacht
sind. Das ist in jeder Rennserie so. Viele Fahrer mit diesen
Eigenschaften gibt es nicht. Deshalb sind wir sehr froh, dass wir
Marco in unseren Reihen haben.“

Wie haben Sie das Saisonfinale in Hockenheim erlebt?
Marquardt: „Das war ein echter Thriller vor einer großartigen
Kulisse. 142.000 Zuschauer haben die letzten beiden Rennen an der
Strecke live verfolgt und dabei die Saison 2016 quasi noch mal im
Zeitraffer erlebt. Es ging unheimlich eng zu, die Rennen waren in den
meisten Fällen extrem spannend. Edoardo Mortara hat zum Abschluss zwei
ganz starke Rennen gezeigt und Marco noch einmal herausgefordert. Aber
unser Champion hat einmal mehr gezeigt, aus welchem Holz er geschnitzt
ist – und seinen zweiten Titel ganz cool nach Hause gefahren.“

Welchen Platz in der DTM-Historie von BMW nimmt Marco Wittmann
bereits jetzt ein?
Marquardt: „Marco ist der erste BMW Fahrer, der zwei Mal den
Fahrertitel in der DTM gewinnen konnte. Es gibt überhaupt nur zwei
Fahrer, die mehr Titel in dieser Serie gewonnen haben als Marco. Was
soll man dazu noch sagen? Marco hat schon jetzt, obwohl er erst 26
Jahre als ist und den größten Teil seiner Karriere noch vor sich hat,
seinen Platz in den Geschichtsbüchern der DTM und von BMW Motorsport
sicher. Er ist einer der Größten.“

BMW M hat Marco eine besondere BMW M4 DTM Champion Edition gewidmet…
Marquardt: „Ja, das hat mittlerweile schon Tradition. Bruno Spengler
erhielt 2012 eine BMW M3 DTM Champion Edition, dasselbe galt für Marco
nach seinem ersten Titelgewinn 2014. Es ist fantastisch, dass die BMW
M GmbH nun erneut eine exklusive Sonderedition von nur 200 Fahrzeugen
aufgelegt hat. Die Verbindung zwischen BMW M und BMW Motorsport ist
seit jeher sehr eng. Und die BMW M4 DTM Champion Edition ist ein
starkes Symbol für diese enge Verbundenheit.“

Wie fassen Sie die DTM-Saison 2016 generell zusammen?
Marquardt: „Ich denke, die Fans haben eine der spannendsten Saisons
erlebt, die es in der DTM je gegeben hat. Wir haben zehn verschiedene
Sieger gesehen. 18 von 24 Fahrern haben den Sprung auf das Podium
geschafft. Im Qualifying lagen die Fahrer regelmäßig nur
Sekundenbruchteile auseinander. Der Titelkampf war bis zur letzten
Rennrunde ein Krimi. All das beweist, dass die Maßnahmen, die vor der
Saison ergriffen wurden, gewirkt haben. Die Pakete aller drei
Hersteller waren nahezu auf demselben Niveau unterwegs. Marco hat dann
für uns den Unterschied gemacht. Das zeigt auch, welch wichtige Rolle
der Fahrer in der DTM spielt.“

Wie bewerten Sie die Leistungen der einzelnen BMW Teams?
Marquardt: „Wir haben insgesamt wieder großartigen Teamgeist bewiesen
und gemeinsam mit dem Fahrertitel für Marco Wittmann und den zweiten
Plätzen in der Team- und Herstellerwertung sehr viel erreicht. Das BMW
Team RMG ist nun schon zum dritten Mal in Folge die erfolgreichste
unserer Mannschaften. Stefan Reinhold und seine Jungs leisten wirklich
hervorragende Arbeit. Aber die Tatsache, dass all unsere Teams in
dieser Saison den Sprung auf das Treppchen geschafft haben, freut mich
besonders. Das BMW Team RBM hat Platz drei in der Teamwertung
erreicht, das BMW Team MTEK stellt die schnellste Boxencrew im
gesamten DTM-Feld. Das BMW Team Schnitzer hat in Budapest und
Hockenheim mit zwei Polepositions und einem Podium einen grandiosen
Saisonabschluss gefeiert. Wir können auf all unsere Teams stolz sein.“

Martin Tomczyk und António Félix da Costa werden wir in
Zukunft nicht mehr in der DTM sehen…
Marquardt: „Das ist richtig, aber beide werden Teil der BMW Familie
bleiben und gemeinsam mit uns neue Projekte angehen. Martin Tomczyk
hatte eine außergewöhnliche DTM-Karriere. Er hat diese Serie über 16
Jahre geprägt. Aber er ist vor allen ein großartiger Typ, der für uns
in Zukunft mit seinem Können und seiner Persönlichkeit im
internationalen GT-Sport sicher sehr wertvoll sein wird. Gleiches gilt
für António Félix da Costa in der FIA Formula E Championship, die er
vom ersten Jahr an kennengelernt hat. Er ist ein extrem talentierter
Rennfahrer, das hat er beim DTM-Saisonfinale mit seinen beiden
Polepositions noch einmal eindrucksvoll bewiesen. Martin lieferte zum
Abschied noch einmal ein starkes Rennen ab und wurde mit einem Punkt
belohnt. Beide hatten einen würdigen Abschied.“