Loading...
You are here:  Home  >  Deutschland  >  Current Article

Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Engagement

By   /   February 8, 2017  /   Comments Off on Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Engagement

MIL OSI – Source: Koerber Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Engagement

Unter dem Titel »Lebenszeit gestalten: Engagement und Erwerbsarbeit vereinbaren« trafen sich Experten und Entscheidungsträgern aus Stiftungen, die bürgerschaftliches Engagement fördern, im KörberForum, um sich über das komplexe Verhältnis von Erwerbsarbeit und Engagement zu informieren und auszutauschen. Für Stiftungen ist das bisher zu wenig beachtete Thema aus verschiedenen Gründen von Bedeutung: Als Förderer bürgerschaftlichen Engagements, als Arbeitgeber einer gemeinnützigen Organisation und nicht zuletzt als Engagementort – denn auch Stiftungen sind auf das freiwillige Engagement berufstägiger Menschen, zum Beispiel in ihren Gremien, angewiesen.
Zu Beginn der Tagung stellte Julia Simonson vom Deutschen Zentrum für Altersfragen in ihrem Einführungsvortrag die neusten Zahlen aus dem Freiwilligensurvey bezüglich des Verhältnisses von Erwerbsarbeit und Engagement vor. Die von ihr vorgetragenen Erkenntnisse zeichneten das Bild eines komplexen Wechselspiels: So sei die Zeitkonkurrenz von Engagement und Beruf ein begrenzender Faktor für ersteres. Berufliche Gründe seien sowohl ein gewichtiger Beendigungsgrund für Engagement wie auch ein Hinderungsgrund für die Aufnahme von Engagement. Gleichwohl seien die Engagementquoten Erwerbstätiger höher als die von Nicht-Erwerbstätigen. Insbesondere Arbeitslose leideten daher unter einer doppelter sozialer Ausgrenzung.
In vorbereiteten Kommentare gingen danach Felix Oldenburg, Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen, sowie Thomas Röbke, Vorsitzender des Sprecherrats des Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, auf die Implikationen für Stiftungen als Förderer, Arbeitgeber und Engagementort respektive für die Engagementförderung ein.
Die Herausforderungen und Verbesserungsmöglichkeiten der Ausgrenzung sozial schwacher Gruppen waren auch in der anschließenden Diskussion ein wichtiges Thema. So wurde darüber debattiert, inwiefern monetäre Anreize eine Lösung hierfür sein könnten, wobei die Positionen zwischen pragmatischer Befürwortung – da solche Anreize wirkten – und definitorischer Ablehnung – ein Kernelement von Engagement sei die Unentgeltlichkeit – schwankten.
Mit einer Podiumsdebatte gingen die Bundestagsmitglieder Willi Brase (SPD), Rosemarie Hein (DIE LINKE), Ingrid Pahlmann (CDU) und Kordula Schulz-Asche (Bündnis 90/Die Grünen) auf dieses Thema ein. Alle vier sind als Mitglieder des Unterausschuss »Bürgerschaftliches Engagement« im Deutschen Bundestag ausgewiesene Experten auf diesem Gebiet. So wurde über die Idee einer Bundestiftung zur Ehrenamtsförderung ebenso debattiert wie über die Möglichkeiten bzw. Chancen, den derzeitigen Unterausschuss in der nächsten Legislaturperiode in einen ordentlichen Ausschuss umzuwandeln.
Zum Abschluss der Tagung warf Autor Christian Schüle in seinem Vortrag einen Blick in die Zukunft, indem er auf philosophischer Ebene fragte, wie sich das Verhältnis von Arbeit, Zeit und Engagement in den nächsten Jahrzehnten verändern werde – für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Abschluss einer Tagung voller Fakten, Analyse und Debatte ein geistanregender Impuls, um über das eigene Tun als Engagementförderer nachzudenken.

    Print       Email

You might also like...

US Dollar/Rouble and Euro/Rouble Exchange Rates and Exchange Trade Indicators

Read More →