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Jetzt online: Veranstaltungsbericht zum Symposium “Umbruch durch Migration”

By   /   May 18, 2017  /   Comments Off on Jetzt online: Veranstaltungsbericht zum Symposium “Umbruch durch Migration”

MIL OSI – Source: Volkswagen Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Jetzt online: Veranstaltungsbericht zum Symposium “Umbruch durch Migration”

Dass das Narrativ des Fremden auch immer das Eigene spiegele, betonte Andreas Zick (Bielefeld) in seiner Einführung in Sektion 3 und bezeichnete dieses Eigene unter Rückgriff auf den amerikanischen Politikwissenschaftler Benedict Anderson als “Imagined Community”. Drei Impulsvorträge setzten in der Diskussion unterschiedliche thematische Foki: Der katholische Theologe Klaus von Stosch (Paderborn) beschrieb das an seiner Universität aufgebaute “Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften (ZeKK)” als eine solche neue “Imagined Community”. Theologie sei für ihn eine Handlungswissenschaft. Integrationsprozesse sollten nicht nur verstanden, sondern auch theologisch gestaltet werden – gerade um das weitere Erstarken religiöser Fundamentalismen zu verhindern. Es gelte, die Kooperation der verschiedenen Theologien zu stärken und sie mit anderen Wissenschaften zu verknüpfen. Die Sozialwissenschaftlerin Meltem Kulaçatan (Frankfurt am Main) widmete sich in ihrem Beitrag der Genderthematik: Migration sei von moslemischen Frauen vielfach als Emanzipationsmoment verstanden worden, in der Burkafrage erlebten sie sich jedoch plötzlich als Integrationshindernis. Die Politikwissenschaftlerin Ursula Birsl (Marburg) wiederum – hierin die Keynote von Susanne Baer hinterfragend – wies auf einen unüberwindbaren Widerspruch in unserem Grundgesetz hin: auf die Trennung von Menschen- und Bürgerrechten. Während erstere allen Menschen universal zugeschrieben würden, blieben die Bürgerrechte Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft vorbehalten. Es werde darum gehen, Nicht-Deutschen Teilhabe an den Bürgerrechten zu gewähren und damit der informellen Bürgerschaft, die schon längst entstanden sei, Rechnung zu tragen.
Sektion 4 unter der Leitung von Hiltraud Casper-Hehne (Göttingen) widmete sich dem Transferaspekt und Modellen guter Praxis in Schule und Hochschule. Sprache und konkreter: Deutschkenntnisse seien Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, führte Michael Becker-Mrotzek (Köln) in seinem Impulsvortrag aus. Ungefähr 330.000 Kinder unter 18 Jahren seien 2015 nach Deutschland gekommen und hätten damit die Chance, in der Schule Deutsch zu lernen. Auf die schwierige Situation hätten die Schulen mit unterschiedlichen Modellen reagiert: Während die einen die Migrantenkinder sofort in die Regelschule eingruppierten, hätten die anderen sogenannte “Willkommensklassen” eingerichtet, in denen die Kinder erst einmal unter sich blieben; daneben gebe es Mischmodelle. Becker-Mrotzek forderte, Mindestanforderungen und Standards festzulegen, wie in Zukunft der Schulunterricht mit Schüler(inne)n ohne Deutschkenntnisse gestaltet werden sollte: Wie lange sollten Kinder in Willkommensklassen verweilen, wie groß sollten die Lerngruppen sein, welche Ausbildung sollten die Lehrkräfte haben? 

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