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Aktuelle Konflikte aus der historischen Perspektive lösen

By   /   June 1, 2017  /   Comments Off on Aktuelle Konflikte aus der historischen Perspektive lösen

MIL OSI – Source: Koerber Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Aktuelle Konflikte aus der historischen Perspektive lösen

Wer die Geschichte deutet, der hat die Macht. Nach diesem Leitsatz setzen die Kontrahenten in zahlreichen aktuellen Konflikten die Geschichtsschreibung als Waffe ein. Umso wichtiger ist es, sich über die politische Dimension von Geschichte international zu verständigen. Mögliche Strategien diskutieren am 16. und 17. Juni rund 200 Experten und Vordenker aus Wissenschaft, Politik und öffentlichem Leben aus Deutschland und anderen europäischen Ländern beim zweiten Körber History Forum im Berliner Humboldt Carré.
Erleben wir gerade das Ende des Westens, wie wir ihn kannten? Dazu bezieht Joschka Fischer gleich zum Auftakt der zweitägigen Veranstaltung Position: »Mit der Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten ist er wohl besiegelt, der Abschied von dem, was man bis dahin ›den Westen‹ nannte«, so der ehemalige Vizekanzler und deutsche Außenminister.
Ob Europa mit der Renationalisierung den Preis für die Globalisierung zahlt und welche Strategien wir zur Überwindung von Nationalismus und Populismus brauchen, diskutiert Shlomo Avineri von der Hebrew University Jerusalem mit dem britischen Historiker und Brexit-Befürworter Gwythian Prins sowie dem deutschen Historiker Andreas Wirsching vom Institut für Zeitgeschichte in München. Dabei hält Avineri die aktuellen Analogien zur Lage im Europa der 1930er Jahre für besorgniserregend. »Man muss aus der Vergangenheit lernen statt noch einmal zu straucheln«, so der israelische Politologe und Historiker.
Der Westfälische Frieden von 1648 schuf eine Friedensordnung und eine europäische Sicherheitsarchitektur die für 150 Jahre Bestand hatte. Welche Impulse daraus ließen sich auf aktuelle Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten anwenden? Darüber sprechen der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger, der syrische Arzt und Gründungsdirektor des Orient Research Center Dubai Samir Altaqi, der französische Nahost-Experte Henry Laurens vom Collège de France und Anuschka Tischer von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Wieviel Deutschland verträgt Europa? »Ich bin Deutscher, ich bin Badener, aber ich bin auch Europäer. Deswegen kann ich mir viel leichter vorstellen als so mancher Franzose, dass wir einen Teil dessen, wofür wir heute als nationales Parlament und nationale Regierung zuständig sind, auf die europäischen Institutionen übertragen« – diese Position wird Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in die Debatte mit dem EU-Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Pierre Moscovici, einbringen.
»Die aktuelle Situation ist eine Karikatur des Kalten Krieges« konstatiert Fyodor Lukyanov, Vorsitzender des russischen Council on Foreign and Defense Policy und Chefredakteur von Russia in Global Affairs. Ob Russland auf dem Weg in das posteuropäische Zeitalter ist, diskutiert er mit der Politologin Nina L. Khrushcheva von der New Yorker New School und der Direktorin des Berliner Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien, Gwendolyn Sasse.
Abschließend geht es darum, wie sich internationale Ordnung im 21. Jahrhundert auf der Basis historischer Erfahrungen gestalten lässt. Hier vergleicht der britische Politikwissenschaftler Adam Roberts die aktuelle Lage mit der von 1914 vor dem Ersten Weltkrieg und sagt: »Während die Internationale Ordnung sich weiterentwickelt hat, gibt es immer noch signifikante Themen, die es anzusprechen gilt, wenn man nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen möchte«. Der Frage, wer die Welt heute »ordnet«, geht er mit der Direktorin des German Marshall Fund, Karen Donfried, dem außen- und sicherheitspolitische Berater der Bundeskanzlerin, Christoph Heusgen, und dem Historiker Patrick Cohrs von der Universität Yale und der Central European University Budapest nach.
Zusätzliche Hintergrundgespräche thematisieren die Modernisierungsfähigkeit von Religionen, das Erbe der Russischen Revolution, Geschichtspolitik in Polen, die Rolle des Mittelmeers in Europas Geschichte und Gegenwart, Deutschlands mögliche Wiedergutmachung an Griechenland sowie die Gefahr drohender Klimakriege.
»Die Kenntnis der Geschichte schärft den Blick für die Lösung gegenwärtiger Probleme, deshalb setzen wir uns mit dem Körber History Forum dafür ein, Politik und Geschichte miteinander in einen fruchtbaren Austausch zu bringen«, umreißt Dr. Thomas Paulsen, Mitglied im Vorstand der Körber-Stiftung, das Ziel der Veranstaltung, die jährlich in Berlin stattfindet.
Das aktuelle ProgrammPressemitteilung zum Download

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