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“Experiment!”: Mehr Geld fürs Risiko und Test eines Losentscheids

By   /   June 21, 2017  /   Comments Off on “Experiment!”: Mehr Geld fürs Risiko und Test eines Losentscheids

MIL OSI – Source: Volkswagen Stiftung – Press Release/Statement

Headline: “Experiment!”: Mehr Geld fürs Risiko und Test eines Losentscheids

Wenn Sie mit den bisher ausgewählten Projekten zufrieden waren, wie kam es dann überhaupt zur Änderung im Programm? 
Pavel Dutow: Ein Ausgangspunkt war die Feststellung der Jury, dass die Anträge Jahr für Jahr besser geworden sind, was sich übrigens völlig mit unserem Eindruck deckt. Daher sind wir froh, dass das Stiftungskuratorium unseren Vorschlag aufgenommen hat, ab sofort doppelt so viele gewagte Ideen zu fördern. Zugleich wünschen wir uns noch mehr Vielfalt bei den geförderten Themen. Und hier gelangt unsere von der Personenzahl her begrenzte Jury an ihre Grenzen, da sie – egal wie groß – nie alle Gebiete gleich gut überblicken kann. Manch lohnenswertes Projekt könnte bei der Auswahl schlicht übersehen werden. Daher haben wir uns mit Alternativen befasst, ohne die risikobereite Juryauswahl aufzugeben.
Das Los zur Auswahl wissenschaftlicher Projekte einzusetzen, erscheint mindestens ungewöhnlich. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?
Ulrike Bischler: Die Idee stammt aus der Wissenschaft, in der über Ergänzungen zum Peer Review diskutiert wird, die zu mehr Fairness beitragen können. Per Losentscheid können leichter Ideen zum Zuge kommen, die entweder umstritten oder fachlich nur ansatzweise in der Jury repräsentiert sind. Auch Minoritätsthemen und kleine Wissenschaftszweige werden mit dem Los gleichbehandelt.
Pavel Dutow: Ein weiterer entscheidender Vorteil liegt darin, dass das Los unparteiisch ist und so etwaiger unbewusster Bias keine Rolle spielt. Da das Los aber bezüglich Qualität blind ist, sind sich alle Beteiligten einig, dass Expertenwissen zur Qualitätssicherung weiterhin unverzichtbar ist. In “Experiment!” gewährleistet die Jury, dass schwache Anträge vom zusätzlichen Losverfahren ausgeschlossen bleiben. 
Die Stiftung wird bei “Experiment!” jetzt also ein teil-randomisiertes Verfahren testen. Werden Sie das Verfahren dann künftig auch bei anderen Initiativen einsetzen?
Ulrike Bischler: Der Losentscheid und das gesamte Auswahlverfahren werden evaluiert, um zu erfahren, ob sich die Erwartungen erfüllen. Wir hoffen, dass unsere Geförderten die unabhängige Begleitforschung unterstützen, damit wir und die scientific community nach dem Ende der Erprobungsphase besser über die Vorzüge und Fallstricke eines Loselementes Bescheid wissen. Ob das Los dann Schule machen wird, wird sich zeigen.

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