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Der Bericht 2016 ist erschienen

By   /   July 31, 2017  /   Comments Off on Der Bericht 2016 ist erschienen

MIL OSI – Source: Bosch Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Der Bericht 2016 ist erschienen

FriedenDie Anzahl zwischenstaatlicher und innerstaatlicher Konflikte hat in den vergangenen Jahren weiter zugenommen. Mit der Förderung einzelner Projekte in Südosteuropa engagierten wir uns Mitte der 90er Jahre erstmals unmittelbar in einer Konfliktregion. Zunächst ging es dabei meist um Verständigung und Versöhnung nach Konflikten. Mit der Entscheidung im Jahr 2014, sich verstärkt in Konflikt- und Postkonfliktgesellschaften zu engagieren, rückten die Themen Mediation, Wahrheit, Gerechtigkeit und Gedenken sowie Konfliktprävention in den Mittelpunkt der Förderung. Im Rahmen der Strategieentwicklung hat die Stiftung seither mehr als 110 beispielhafte Projekte in (Post-)Konfliktgesellschaften gefördert, ohne regionale Einschränkung.Einen Beitrag zum Transfer von Erfahrungen zwischen Friedensakteuren aus aller Welt leistete etwa das “Berlin Seminar: Truth, Justice and Remembrance”, eine jährliche Studienreise zum Thema Erinnerungskultur. Im November 2016 nahmen auf Einladung der Robert Bosch Stiftung Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen und Journalisten aus 18 Ländern an einem zweiwöchigen Seminarprogramm teil, das ihnen Einblicke in Herangehensweisen, Methoden und aktuelle Herausforderungen der Vergangenheitsaufarbeitung in Deutschland vermittelte. Die Teilnehmer besuchten Gedenkstätten und trafen Zeitzeugen, Experten, Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft und nahmen zahlreiche Anregungen für den Umgang mit ähnlichen Themen in ihren Heimatländern mit.Europa
Gerade zurzeit, wo der europäische Einigungsgedanke zunehmend in Frage gestellt wird, ist eine lebhafte und offene Debatte über die Zukunft Europas besonders wichtig. Die Robert Bosch Stiftung hat sich das Ziel gesetzt, Stimmen in diese Debatte einzubeziehen, die bisher kaum vertreten sind. Mit Bildungsprogrammen sprechen wir gezielt junge Menschen an, die sich bisher wenig mit Politik in der EU und den Nachbarstaaten auseinandersetzen. Wir unterstützen engagierte Bürger und zivilgesellschaftliche Organisationen dabei, grenzüberschreitend tätig zu werden und ein europäisches Bewusstsein jenseits der formalen Institutionen zu entwickeln. Und wir fördern den Austausch zwischen den Menschen in Europa, um Vorurteile abzubauen und gemeinsam europäische Werte auszuhandeln. Eine intensive Diskussion über Europa haben wir auf der Leipziger Buchmesse gestartet. Unter dem Titel “Europa21 – Denkraum für die Gesellschaft von morgen” setzen sich Schriftsteller, Wissenschaftler, Journalisten und Vertreter der Zivilgesellschaft aus verschiedenen Ländern mit der Zukunft des Kontinents auseinander. Zum Auftakt des auf drei Jahre angelegten Programmschwerpunkts diskutierten sie 2016 über Hintergründe der Fluchtbewegungen und die damit zusammenhängenden Herausforderungen. In verschiedenen Veranstaltungsformaten beleuchteten sie unterschiedliche Facetten von Zuwanderung und Integration sowie die Rolle von Literatur, Medien und Religion.Unser Programm “START – Create Cultural Change” ist ein Stück gelebte Solidarität in Europa. Das Fortbildungs- und Stipendienprogramm wendet sich gezielt an junge Kulturmanager in Griechenland und unterstützt sie dabei, Initiativen in ihrem lokalen Umfeld zu entwickeln. Ziel von START ist es, durch die Förderung von Austausch und Innovation im Bereich der Soziokultur neue Perspektiven für Berufseinsteiger zu schaffen und so den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Nach dem Start im Herbst 2015 konnte das Programm 2016 zwölf Projekte auszeichnen und zudem neue Förderer gewinnen.

Ziel der “Schulbrücke Europa” ist es, das Bewusstsein von Schülern für ihre nationale und europäische Identität zu erweitern und sie zu motivieren, sich für den europäischen Gedanken
zu engagieren. Aus einem frühzeitig entwickelten Europa-Bewusstsein soll langfristig politische Beteiligung wachsen. 2016 nahmen 230 Schülerinnen und Schüler aus zwölf Ländern teil. In vier gemeinsamen Projektwochen an verschiedenen Orten in Deutschland erarbeiteten sie zunächst eine kurze Geschichte ihres jeweiligen Heimatlandes und präsentierten diese den anderen Gruppen. Anhand der Leitfrage “Wie wird die Europäische Union im Jahr 2030 sein?” diskutierten sie anschließend über ihre Vision für Europa. Gespräche mit Politikern, Journalisten und Gremienmitgliedern der Deutschen Nationalstiftung und anderen europäischen Persönlichkeiten rundeten das Programm ab.Transatlantische Beziehungen
Der Wahlkampf in den USA und der Sieg von Donald Trump haben im Jahr 2016 die amerikanische Gesellschaft weiter gespalten, verändern die transatlantischen Beziehungen und stellen sie vor neue Herausforderungen. Diese Entwicklung war für uns Anlass, die Arbeit an diesen Beziehungen, die wir seit mehr als 30 Jahren fördern, weiter auszubauen.

Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Partnerschaft mit der Brookings Institution, einem der ältesten und renommiertesten Think Tanks in Washington. Dr. Constanze Stelzenmüller, die seit dem Jahr 2014 als Robert Bosch Senior Fellow at Brookings arbeitet, war im Wahljahr eine überaus gefragte Expertin. In zahlreichen Medienbeiträgen und Veranstaltungen hat sie auf beiden Seiten des Atlantiks die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen analysiert und geholfen, die jeweils andere Seite besser zu verstehen. Die Kooperation mit der Brookings Institution wird weiter ausgebaut mit dem Ziel, eine neue Initiative zur Stärkung der transatlantischen Beziehungen auf den Weg zu bringen.

Als “honest broker”, ehrlicher Vermittler, über den Atlantik verstand sich die Robert Bosch Stiftung auch bei der Ausrichtung einer viertägigen Konferenz für 24 deutsche, amerikanische und russische Abgeordnete, die wir im Mai 2016 gemeinsam mit dem Aspen Institute Deutschland e. V. organisiert haben. Inhaltlich ging es bei der Konferenz um Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik. Ziel war es, den Parlamentariern gerade in Zeiten angespannter Beziehungen einen Rahmen für einen vertrauensvollen und überparteilichen Austausch zu bieten und den politischen Dialog zwischen den drei Ländern wiederzubeleben. Das Projekt soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden – in enger Verbindung mit der “Transatlantic Strategy Group” des Center for Transatlantic Relations (CTR) und dem Robert Bosch-Zentrum für Mittel- und Osteuropa, Russland und Zentralasien an der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP).Asien
Die grenzübergreifende Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen den Bürgergesellschaften ist ein wichtiges Anliegen der Robert Bosch Stiftung. Deshalb tragen wir mit unseren Projekten dazu bei, dass im transnationalen Dialog neue Ideen und Impulse entstehen. Mit dem Programm “ChangemakerXchange” bringen wir schon seit 2012 junge Menschen aus der Türkei, Europa, dem Mittleren Osten und Nordafrika zusammen, um gemeinsam an innovativen Lösungen für soziale, ökologische oder gesellschaftliche Probleme zu arbeiten. Im Jahr 2016  haben wir das Programm zusätzlich durch ein Gipfeltreffen in Japan auf Ost- und Südostasien ausgeweitet. Die ausgewählten “Changemaker” erhalten die Möglichkeit, ihre Kenntnisse über soziales Unternehmertum zu vertiefen und ihre eigenen Initiativen zu entwickeln. Besonders innovative, grenzüberschreitende Projektideen werden von der Robert Bosch Stiftung finanziell unterstützt. Der multilaterale Ansatz hat sich bewährt und soll 2017 fortgesetzt werden.

Bereits zum siebten Mal trafen sich Chefredakteure und andere hochrangige Medienvertreter im Jahr 2016 zum “Medienforum China – Deutschland”. Bei der Reise in die alte chinesische Kaiserstadt Xi’an ging es um Themen wie die Potenziale der neuen chinesischen Seidenstraßen-Initiative und die Herausforderungen des demografischen Wandels in China und Deutschland. Die chinesischen und die deutschen Teilnehmer konnten ihr über die Jahre entwickeltes Vertrauen weiter ausbauen, so dass über sensible Fragen offen und konstruktiv diskutiert werden konnte. Im Mai 2017 fand erstmals das neue trilaterale Medienforum statt, an dem auch hochrangige amerikanische Medienvertreter teilnahmen.

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