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Von Erklärungen zu Taten gelangen

By   /   September 13, 2017  /   Comments Off on Von Erklärungen zu Taten gelangen

MIL OSI – Source: Deutschland Bundesregierung – Press Release/Statement

Headline: Von Erklärungen zu Taten gelangen

Erstmalig haben sich Experten für öffentliche Gesundheit und Tiergesundheit in Folge der deutschen G20-Präsidentschaft getroffen. Im Mittelpunkt steht die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen. Ein wichtiger nationaler Erfolg: Seit 2011 hat sich der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung mehr als halbiert.

In Deutschland hat sich hat sich der Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung seit 2011 mehr als halbiert.
Foto: picture alliance/dpa/Andreas Gebert

“Resistente Keime sind unsichtbare Feinde, die vor Landesgrenzen nicht haltmachen”, betonte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zu Beginn der ersten Tagung von Experten der G20 für öffentliche Gesundheit und Tiergesundheit. Umso wichtiger sei es, der wachsenden Gefahr gemeinsam entgegenzutreten und “von den Erklärungen zu den Taten” zu gelangen.
Schutz von Mensch, Tier und Umwelt

Diesem Ziel dient auch die nun erstmals in diesem Format stattfindende Fachkonferenz, die in der “Berliner Erklärung” der G20-Gesundheitsminister verabredet wurde. Mit ihrem engen Austausch wollen die G20-Länder die internationalen Anstrengungen “zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt vor gefährlichen Keimen” weiter vorantreiben, so Gröhe. Zwei Tage lang befassen sich die Teilnehmer mit der Frage, wie die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen begrenzt und die Wirksamkeit von Antibiotika erhalten werden kann.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt zeigte sich “froh und stolz”, dass nun in solch hoher Qualität der wichtige Austausch über eines der drängendsten Themen unserer Zeit stattfinde. Die Experten der Human- wie Tiermedizin verlassen damit ausgetretene Pfade. Diese Zusammenarbeit sei ganz im Sinne des “One-Health-Ansatzes”.

Dieser sieht vor, den Antibiotikaeinsatz sowohl beim Menschen als auch in der Tierzucht disziplinübergreifend zu analysieren. Es sei notwendig, “dass wir uns weiterhin gemeinsam, vernetzt und als Ganzes bemühen, den Bedarf für Antibiotikaeinsätze zu minimieren”.
Deutschland nimmt Vorreiterrolle ein

Beim Treffen der G20-Gesundheitsminister im Mai 2017 haben alle Teilnehmer zugesagt, bis Ende 2018 mit der Umsetzung Nationaler Antibiotika-Aktionspläne zu beginnen. Sie wollen sich für eine Verschreibungspflicht stark machen und die Antibiotika-Forschung vorantreiben. Mit der bereits im Jahr 2015 verabschiedeten Deutschen Antibiotika Resistenzstrategie (DART 2020) nimmt Deutschland eine Vorreiterrolle ein und legte im Rahmen des G20-Gesundheitsministertreffen einen Zwischenbericht zum Stand der deutschen Anstrengungen vor.

In der Abschlusserklärung des Hamburger Gipfels haben sich die G20-Staaten dazu bekannt, auf Grundlage des “One-Health-Ansatzes” antimikrobielle Resistenzen zu bekämpfen. Gemeinsam wollen die G20-Staaten einen verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika fördern. Dazu gehört beispielsweise, ihren Einsatz in der Tiermedizin allein auf therapeutische Zwecke zu begrenzen. Durch mehr Zusammenarbeit sollen Grundlagenforschung und Produktentwicklung verbessert werden.
Tiere erhalten deutlich weniger Antibiotika

Ein wichtiges Ziel im Kampf gegen die gefährlichen Resistenzen ist die Reduktion des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung. Für Deutschland hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erfreuliche aktuelle Zahlen vorgelegt: Seit 2011 hat sich der Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung mehr als halbiert.

Die Anwendung von Antibiotika, die für Menschen von besonderer Bedeutung sind (sogenannte Reserveantibiotika), ist – je nach Wirkstoffklasse – leicht rückläufig oder gleichbleibend. “Unser Minimierungskonzept wirkt”, so der Bundeslandwirtschaftsminister. Um vor allem die Abgabe von Reserveantibiotika weiter zu reduzieren, müssten Veterinär- und Humanmedizin auch weiterhin eng zusammen arbeiten.
Mittwoch, 13. September 2017

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