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Stiftungen in die Offensive?

By   /   October 12, 2017  /   Comments Off on Stiftungen in die Offensive?

MIL OSI – Source: Koerber Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Stiftungen in die Offensive?

Die Diskussion zwischen Jakob von Uexküll (Vorstand World Future Council), Felix Oldenburg (Bundesverband Deutscher Stiftungen) und Lothar Dittmer (Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung) machte deutlich: Die Wirkung von Stiftungsarbeit hat ihre Grenzen.
Stiftungen könnten weder Regierungen noch politischen Willen ersetzen, so von Uexküll, der mit der Arbeitsbeschreibung des World Future Council gleich einen globalen Rahmen spannte. Mit der Verleihung des »Alternativen Nobelpreises« identifiziere und verbreite seine Stiftung gleichwohl zukunftsweisende politische Ideen, die zu einer nachhaltigen globalen Entwicklung beitragen. Sie mache die besten Gesetze weltweit bekannt und bringe politische Entscheidungsträger aus verschiedenen Bereichen und Regierungsebenen an einen Tisch, um ganzheitliche Ansätze zu entwickeln. Das könne von nachfolgenden Regierungen aber auch wieder ganz anders gesehen und geändert werden.
Auch für Lothar Dittmer spielt die Dimensionierung von Stiftungsarbeit eine große Rolle. »Dicke Bretter« könnten nicht gebohrt werden. »Das Bildungssystem in Deutschland werden wir nicht umbauen.« Trotzdem will er »Gesellschaft besser machen« und möchte mit der Körber-Stiftung als Impulsgeber wirken, möchte ermutigen, positive Entwicklungen stabilisieren und internationale Brücken bauen. Dabei scheue er auch nicht vor einem »Dialog mit schwierigen Partnern zurück«. Für Dittmer ist es wichtig, Reden und Handeln zu verbinden. Als rein operative Stiftung entwickle die Körber-Stiftung immer wieder aus ihrer konkreten Projektarbeit neue Ideen und Themen. Überhaupt lasse sich der Erfolg von Stiftungsarbeit vor allem aus dieser konkreten Projektarbeit ableiten. So könnten Stiftungen auch zum Anwalt vernachlässigter Themen werden.
Stiftungen seien »ein radikales Geschenk an die Gesellschaft«, betonte Oldenburg. Nicht ohne selbstkritisch anzufügen: »Das müssen wir noch klarer machen.« Erst dann würden Stiftungen besser als ein »Magnet für Engagement« wahrgenommen. Leider seien einige Stiftungen aufgrund ihrer Satzung auf Unveränderlichkeit angelegt, dennoch wandele sich mit der Gesellschaft auch die Stiftungswelt. Nicht nur andere Rechtsformen würden ausprobiert und Ertragsquellen umgestellt, auch die Digitalisierung wirke sich aus. Dabei sage das vorhandene Kapital einer Stiftung wenig über ihre erzielte Wirkung aus. Es komme vor allem auf gute Ideen an. Weltweit sei angesichts vorhandener Krisen gerade unter jungen Menschen viel Pessimismus zu beobachten, hob von Uexküll hervor. Da sei schon die Verbreitung von Hoffnung eine positive Wirkung von Stiftungen in dieser Welt.
Zum Fachtag hatte die Körber-Stiftung im Rahmen der Hamburger Stiftungstage über 100 Stiftungen ins KörberForum eingeladen. Nach der Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden Lothar Dittmer, einem Grußwort des Hamburger Justizsenators Till Steffen und einem Impulsreferat der Stifterin Dorit Otto wurden Einblicke in praktische Stiftungsarbeit gewährt. Dabei wurden Konsequenzen von Stiftungsarbeit diskutiert und neue Initiativen vorgestellt.

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