Loading...
You are here:  Home  >  Bosch Stiftung  >  Current Article

Miteinander reden anstatt zu spalten

By   /   October 26, 2017  /   Comments Off on Miteinander reden anstatt zu spalten

MIL OSI – Source: Bosch Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Miteinander reden anstatt zu spalten

“Paradigmenwechsel oder business as usual?”  

Dr. Constanze Stelzenmüller, seit 2014 der erste Robert Bosch Senior Fellow at Brookings, moderierte die abendliche Podiumsdiskussion unter dem Titel “Die Bundestagswahl und die Zukunft der transatlantischen Beziehungen – Paradigmenwechsel oder business as usual?”. Stelzenmüller stellte die Frage: “Braucht es künftig eine deutsche USA-Strategie?” Jürgen Hardt, Bundestagsabgeordneter und Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt, bezweifelt dies. Zwar begrüße er Debatten über das zukünftige Verhältnis zwischen Deutschland und den USA, doch eine Strategie benötige man nur für Länder, mit denen es fundamentale Schwierigkeiten gebe. “Statt uns hinter einer Strategie zu verstecken, müssen wir die ungelösten Probleme, etwa in der Handelspolitik, umgehend bearbeiten” forderte Hardt.Dem widersprach Jan Techau, Direktor des Richard C. Holbrooke Forum an der American Academy in Berlin. Er fordert eine langfristig angelegte deutsche und europäische USA-Strategie. “Wir müssen verstehen, wofür das transatlantische Verhältnis steht. Viele sind sich dem nicht bewusst”, sagte er. Eine Grundbedingung zum Verständnis des anderen ist Kommunikation, betonte Kent Logsdon, Chargé d‘Affaires an der US-Botschaft in Berlin und damit aktuell hochrangigster Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland. “Wir brauchen mehr Gespräche zwischen den Regierungen, den sicherheitspolitischen Akteuren und Vertretern des Militärs, auf wirtschaftlicher Ebene und auch zwischen Touristen und Austauschstudenten – das sind Beziehungen, die unser Verhältnis stärken.”

“Lasst euch von Trumps Persönlichkeit und Rhetorik nicht in die Irre führen”

Doch welches politische Interesse haben die USA heute noch an Europa? Jan Techau sieht mehrere Belange: Erstens ist Europas Stabilität für die USA aus ökonomischen Erwägungen von größter Bedeutung. Zweitens gibt es für die USA keinen besseren Alliierten in der westlichen Welt als die Europäer, beide teilen eine Vielzahl von Werten miteinander. Und drittens stehen die USA als globale Militärmacht für ihre Sicherheitsgarantien gegenüber Europa auf dem Prüfstand. Ob und wie sie diese weiter umsetzen, ist nicht nur für Moskau und Peking von größtem Interesse, sondern auch für Südkorea und Japan im konfliktreichen ostasiatischen Raum.Mit Blick auf die Trump-Administration warnte Kurt Volker, Direktor des McCain Institute for International Leadership und US Special Representative for Ukraine Negotiations, vor zu einfachen Schlüssen: “Lasst euch von Trumps Persönlichkeit und Rhetorik nicht in die Irre führen, es gibt auf der politischen Ebene viele Gemeinsamkeiten und Möglichkeiten der Zusammenarbeit.” Zentral seien für ihn die gemeinsame Bearbeitung des Nordkoreakonflikts, die Einhegung von Russlands militärischer Stärke sowie der Kampf gegen ISIS und andere internationale Terrornetzwerke.

Multilateralismus nützt allen

Angesichts der Krise mit Nordkorea sei es jedoch problematisch, dass Präsident Trump das Atomabkommen mit dem Iran in Frage stelle, erwiderte der deutsche Außenpolitiker Jürgen Hardt. “Wir erwarten von der US-Regierung, dass sie diesen Vertrag umsetzt. Er ist ein gutes Beispiel für erfolgreichen Multilateralismus.” Trump und seine Mitstreiter müssten überzeugt werden, dass dieser auch für den stärksten Partner Vorteile hat. Auch in Bezug auf Russland sollten die USA und Europa an einer gemeinsamen Strategie arbeiten, forderte Hardt. Kurt Volker stimmte ihm zu: “Russland steht bei Gesprächen zwischen den USA und Europa an oberster Stelle. Wir wollen stabile und gute Beziehungen zu Russland, aber wir sind dort noch lange nicht angekommen”.

Was sind die wichtigsten Herausforderungen?

© Multimedia Investments Ltd Terms of Use/Disclaimer.

    Print       Email

You might also like...

Der Wirtschaftsteil :: kompakt Nr. 285 – Thema Innovation

Read More →