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Pilotprojekte zur historischen Spurensuche in Georgien und Moldawien

By   /   March 28, 2018  /   Comments Off on Pilotprojekte zur historischen Spurensuche in Georgien und Moldawien

MIL OSI – Source: Koerber Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Pilotprojekte zur historischen Spurensuche in Georgien und Moldawien

Initiiert wurden die Geschichtswettbewerbe im Rahmen eines Projekts von DVV International, das von der Körber-Stiftung unterstützt und mit Mitteln des Auswärtigen Amts durchgeführt wird.
Innovative Geschichtsprojekte sind für den Historiker David Jishkariani aus Tiflis und die NGO »Soviet Past Research Laboratory (SovLab)« seit Jahren Alltagsgeschäft. Neu ist für beide das Format eines Wettbewerbs, bei dem Lehrer ihre Schüler dabei unterstützen, sich eigenständig mit der Geschichte ihres näheren Umfelds zu beschäftigen.
Die Wettbewerbsausschreibung zum Thema »Jugend im 20. Jahrhundert« entwickelte SovLab zusammen mit dem Verband Georgischer Geschichtslehrender (GAHE), der sich die Förderung eines modernen und anspruchsvollen Geschichtsunterrichts an Schulen und Universitäten zur Aufgabe gemacht hat. Unterstützt wurden beide Organisationen dabei von den Kollegen des DVVI-Büros in Tiflis. Um der Vielfalt des kaukasischen Landes Rechnung zu tragen, können Wettbewerbsbeiträge nicht nur in georgischer, sondern auch in Armenisch und Aseri, also in aserbaidschanischer Sprache, eingereicht werden.
Ebenfalls ein Pilotprojekt ist der Geschichtswettbewerb in Moldawien. Durchgeführt wird er von der Vereinigung junger moldawischer Geschichtsforschender (ANTIM) und dem DVVI in Chișinău. Thema des Wettbewerbes sind »Helden des 20. Jahrhunderts in unserer Nachbarschaft«. Die moldawischen Jugendlichen sind aufgefordert, sich mit der Ambivalenz des Begriffes »Helden« zu befassen, ihn kritisch zu hinterfragen und sich mit Biografien von Menschen in ihrem direkten Umfeld zu beschäftigen. Eine Stärke dieses Themas sehen Viorica Olaru-Cemirtan von ANTIM und ihre DVVI-Kollegen darin, dass es zu Gesprächen zwischen den Generationen über historische Fragen anregt.
Die Körber-Stiftung, die 2001 das EUSTORY-Netzwerk von derzeit über 20 Geschichtswettbewerben in Europa initiiert hat, unterstützt die Projektpartner in Georgien und Moldawien mit Praxisbeispielen und einschlägigen Wettbewerbserfahrungen aus anderen europäischen Ländern. »Das große Interesse der Lehrerinnen und Lehrer an den Methodenworkshops zum Projektlernen ist eine Basis, um nach den Auswertungen der Pilotrunde Geschichtswettbewerbe in den beiden Ländern dauerhafter zu implementieren«, sagt Katja Fausser, die das EUSTORY-Netzwerk leitet. »Bei EUSTORY gibt es viele positive Beispiele, wie sich aus kleinen Initiativen dauerhaft neue Impulse für das Geschichtslernen in verschiedenen europäischen Ländern etabliert haben.« Zur Stärkung der Pilotprojekte und zum Fachaustausch lud die Körber-Stiftung Ende März Vertreter aller am Projekt beteiligten NGOs nach Turin zur EUSTORY-Jahrestagung ein.
Auch zwei bestehende EUSTORY-Geschichtswettbewerbe profitieren von dem laufenden DVVI-Projekt: Die aktuellen Wettbewerbsrunden in der Ukraine und in Weißrussland werden in Zusammenarbeit mit den DVVI-Regionalbüros in Kiew und Minsk durchgeführt, um sie durch Synergien zu stärken.
Das aktuelle Thema des von der NGO »Nova Doba« in der Ukraine getragenen Wettbewerbes lautet »Die Geschichte meiner Gemeinde« und wurde in dieser Runde in Zusammenarbeit mit dem DVVI-Büro in Kiew entwickelt. Eine Besonderheit des ukrainischen Formats besteht darin, dass die Teilnehmenden nicht allein Geschichte und das kulturelles Erbe ihrer Umgebung erforschen, sondern zusätzlich Konzepte einreichen, wie ihre Ergebnisse zum Vorteil der lokalen Gemeinschaft genutzt werden könnten. Nach Abschluss des Wettbewerbs erhalten einige Gruppen die Möglichkeit, die von ihnen erstellten Konzepte auch tatsächlich vor Ort umzusetzen.
Als vierte Initiative in dem länderübergreifenden Rahmenprojekt steht der weißrussische Geschichtswettbewerb unter dem Titel »Hinter den Kulissen – Von der Familien- zur Kommunalgeschichte«; diese Ausschreibung wird von der NGO »Historica« zusammen mit dem DVVI-Büro in Minsk durchgeführt. Im Rahmen des Wettbewerbs sollen Fotografien aus Familienalben oder kommunalen Archiven Ausgangspunkt für die historischen Projekte der Schüler sein. Die vorbereitenden Tutorenworkshops fanden daher in Zusammenarbeit mit dem weißrussischen Staatsarchiv für Film-, Foto- und Phonodokumente statt, was den Lehrern einen guten fachlichen Hintergrund lieferte.
Inzwischen sind alle Wettbewerbe ausgeschrieben, in Moldawien zusammen mit einem kurzen Film. Aktuell sind die Organisatoren mit der Unterstützung der Tutorinnen und Tutoren und der Betreuung der Teilnehmenden beschäftigt, die auf ihre jeweiligen Einsendeschlüsse im April und Mai hinarbeiten. Alle Beteiligten hoffen, dass sich die bislang positive Resonanz auf die Wettbewerbe auch in einer großen Zahl von Beiträgen niederschlagen wird,  und freuen sich auf die Preisverleihungen und gemeinsamen Auswertungsworkshops mit den aktiven Tutoren im Sommer 2018. 

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