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Kassen und Ärzte kommunizieren zu wenig

By   /   June 12, 2018  /   Comments Off on Kassen und Ärzte kommunizieren zu wenig

Source: Deutschland Bundesregierung

In 155.000 Fällen hat die Unabhängige Patientenberatung Menschen im vergangenen Jahr geholfen. Ihr Monitor für 2017 hat ergeben: zu wenig Information und Kommunikation seitens der Kassen, Ärzte und Krankenhäuser. Patientenbeauftragter Brauksiepe will darüber mit den Beteiligten reden.

Die UPD informiert zu unterschiedlichen Bereichen der Gesundheit sowie zum Gesundheits- und Sozialrecht. Foto: UPD gGmbH
“Das Patientenwohl ist an oberster Stelle der Gesundheitspolitik angesiedelt”, resümierte Ralf Brauksiepe.
Im Koalitionsvertrag steht: “Das Patientenwohl ist für uns der entscheidende Maßstab für gesundheitspolitische Entscheidungen, die Patientenorientierung ist unser Leitbild für das Gesundheitswesen.”
Doch nichts sei so gut, dass es nicht noch besser werden könne, so Brauksiepe. Das trifft auf die Beziehung zwischen Patienten, Ärzten, Krankhäusern und Krankenkassen zu. Der von der UPD vorgestellte Patientenmonitor 2017 macht zwei Leitthemen fest: Kommunikationsdefizite im Umgang mit Patienten und Versicherten sowie Durchsetzbarkeit der Ansprüche und Rechte im Alltag.
“Verharmlosende Schreiben, die die Versicherten nicht eindeutig über ihre echten Rechte informieren und nach dem Eindruck der Ratsuchenden statt dessen häufig Lösungen anbieten, die für die Kassen günstiger sind, stehen nicht im Einklang mit den eigentlichen Aufgaben unserer Krankenkassen”, sagte UPD-Chef Thorben Krumwiede.  
Fragen zu Krankengeld auf Spitzenposition
In der gesundheitsrechtlichen Beratung nehmen Fragen zum Krankengeld 2017 eine besonders starke Rolle ein: Die Zahl der Beratungen kletterte von 10.193 im Jahr 2016 auf 14.334 Beratungen. Für so manchen Kranken kann eine nicht lückenlose Krankschreibung – seit Jahren sind die Wochenendtage problematisch – existenzbedrohend sein.
Ein weiterer “Dauerbrenner” bei den Ratsuchenden ist, wenn die Kassen Leistungen ablehnen. Auch der Verdacht auf Behandlungsfehler (5.851 Beratungen) führt Patienten regelmäßig in die Beratung. Ratsuchende berichten von mangelnder Kommunikation und Information. Obwohl das Patientenrechtegesetzes nun fünf Jahre in Kraft ist, wird Patienten die Einsicht in die Behandlungsakte oft nicht gewährt. 
Manche scheitern schon beim Zugang zum Gesundheitswesen: Welcher Mediziner ist der richtige für meine Beschwerden? Wie komme ich an einen Termin? In der Zahnmedizin fühlen sich Betroffene an einem bedingungsfreien Zugang zu Kassenleistungen gehindert. Über kostengünstige Kassenmodelle in der Kieferorthopädie werden sie häufig nicht oder nicht umfassend aufgeklärt.
Patientenbebauftragter Brauksiepe sieht weniger Bedarf nach neuen Gesetzen als das bestehende Recht durchzusetzen. Er will mit den Beteiligten im Gesundheitswesen Gespräche führen.
Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) beruht auf Paragraf 65b des Sozialgesetzbuches V. Dort ist vorgesehen, aus Fördermitteln ein Beratungsangebot zu schaffen, das Menschen neutral, kostenfrei, qalitätsgesichert und unabhängig berät. Unter der Telefon-Nummer 0800 011 77 22 (gebührenfrei aus allen Netzen) kann man sich beraten lassen: montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr. Telefonberatung gibt es auch auf Türkisch 0800 011 77 23 (gebührenfrei aus allen Netzen), Russisch 0800 011 77 24 (gebührenfrei aus allen Netzen) und Arabisch 0800 33 22 12 25 (gebührenfrei aus allen Netzen). Bei den Fremdsprachen variieren die Beratungszeiten. Vor Ort hat die UPD inzwischen 31 Standorte.
Dienstag, 12. Juni 2018

MIL OSI

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