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Dirk Thiel – Herr der Zahlen

By   /   June 13, 2018  /   Comments Off on Dirk Thiel – Herr der Zahlen

Source: GLS Bank

Seit fast einem Jahr ist Dirk Thiel (52) bei der GLS Bank Herr der Zahlen. Er und sein Bereich müssen alle Kredite prüfen und sämtliche Risiken im Blick behalten. Der Chefcontroller sorgt für Ordnung bis zur dritten Stelle hinterm Komma. Er kennt alle Zahlen – bei einer Bank sind das nicht wenige – er ist verantwortlich dafür, dass sie stimmen.
Welche konkreten Aufgaben bearbeiten die Mitarbeiter*innen in Ihrem Bereich?
In der Marktfolge Aktiv alle Aufgaben, die anfallen, nachdem wir einen Kreditkunden gewonnen haben: u.a. prüfen wir, ob die notwendigen Sicherheiten wie Grundschulden, Bürgschaften oder Verpfändungen gestellt sind, treffen eine positive und manchmal auch eine negative Kreditentscheidung und zahlen Kredite aus. Bei den Wertpapieren erledigen wir alle Aufgaben rund um die Kundenorders, z. B. prüfen wir, ob die Beratung ordnungsgemäß erfolgt ist, ob alle Steuerangaben vorliegen, wickeln den Wertpapierkauf ab, informieren die Kundenbetreuer*innen über den aktuellen Stand. In beiden Bereichen dokumentieren wir sehr viel und sehr sorgfältig.
In der Gesamtbanksteuerung gibt es das Rechnungswesen, das Controlling, die Risikosteuerung, das Berichtswesen und die Planung. Die Mitarbeiter*innen im Rechnungswesen erstellen gerade den Jahresabschluss, das ist eine intensive Arbeitsphase. Controlled werden sämtliche Kosten unter den Aspekten Effizienz und Kostendisziplin. Außerdem macht die Bankenaufsicht konkrete Vorgaben. Täglich müssen wir z. B. prüfen: Haben wir genug Risikodeckungsmasse, also ausreichende Mittel, um Kreditrisiken begegnen zu können? In der Eckwertplanung legen wir fest, aus welchen Geschäftsfeldern wir Erträge erwirtschaften wollen, welche Provisionen, welche Zinsen, wie viel Eigenkapital wir brauchen, um unsere Ziele zu erreichen. Bei der Steuerung haben wir vor allem die Risiken im Blick: Zinsänderung, Kreditausfälle, operationelles Risiko, wie Prozessfehler, Systemausfälle oder Rechtsrisiken.Da die GLS Bank mittlerweile ein „großes Schiff“ ist, muss man die zeitliche Verzögerung bei der Wirkung von Kurskorrekturen berücksichtigen, damit das Schiff auf dem richtigen Kurs und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bleibt. Das ist ausgesprochen spannend.

Welchen Hürden gibt es?
Unsere Arbeit ist stark reguliert. Wir müssen Telefonate aufzeichnen, Beratungsprotokolle erstellen, zahlreiche Formulare prüfen. Einmal im Jahr müssen wir vor der Bundesbank und der Bankenaufsicht unsere Methoden rechtfertigen, aber auch darüber hinaus ist die Finanzaufsicht mit allen Facetten der Regulatorik immer in unseren Köpfen.Außerdem sind da das niedrige Zinsniveau und die geringe Zinsmarge, von der unsere Erträge abhängen. Wir wissen nicht, ob und wann sich die Zinslandschaft ändert, das macht die Planung der Zukunft sehr schwierig.
Ist Wachstum ein Risiko?
Wenn man es nicht beherrscht, ja. Wir wachsen sehr gesund, haben aber beim Eigenkapital eine besondere Situation. Zusätzliches Eigenkapital ist notwendig, damit wir noch mehr Kredite vergeben können. Als ausgesprochene Mitgliederbank schaffen wir das aber nicht über Gewinnmaximierung um jeden Preis, sondern hauptsächlich dadurch, dass wir neue Mitglieder und mehr Geschäftsanteile gewinnen.
Welche Ziele hat die Bank für 2018?
Wir wollen im Kreditbereich wie in den vergangenen Jahren zweistellig wachsen. Das ist sehr ehrgeizig, aber wir haben viele Nachfragen. Ansonsten ändern sich regulatorische Anforderungen sehr schnell und wir müssen diese umsetzen.
Ist die Effizienzsteigerung um ein Viertel, die 2015 als Ziel formuliert wurde, noch Thema?
Ja, selbstverständlich, denn einerseits wollen wir die hart erkämpfte Effizienzsteigerung nicht einfach wieder aufgeben. Andererseits wollen wir eine gute Auslastung, aber keine Überlastung, sodass wir seit Ende 2017 wieder Menschen einstellen, um das Wachstum bearbeiten zu können.
Was ist GLS Bank-typisch bei Ihrer Arbeit?
Das sind ganz klar die Nachhaltigkeit und die Transparenz. Unser Nachhaltigkeitsbericht ist ein Paradebeispiel. In ihm schlagen sich Denken und Handeln aller mit der Bank verbundenen Menschen, der Mitarbeitenden, Mitglieder, Kunden, Lieferanten und Partner, in konkreten Zahlen nieder. Einzigartig ist auch unsere Transparenz, über die vergebenen Kredite, unsere Eigenanlagen und unsere Geschäftspolitik. Dazu kommt der offene und solidarische Umgang miteinander.
Was motiviert Sie persönlich?
Die Werte, für die die Bank steht, und die Kolleginnen und Kollegen. Es ist schön, morgens ins Büro zu kommen und jemand strahlt einem entgegen. Oder wenn ich mitbekomme, dass jemand Probleme hat und ein Kollege oder eine Kollegin sagt: „Komm, wir machen das zusammen.“ Die Menschen machen ihre Arbeit gerne und das färbt auf mich ab.
Dirk Thiel
Dirk Thiel wohnt mit seiner Familie in Duisburg. Er ist ausgebildeter Bankkaufmann und promovierter Betriebswirtschafter. Bevor er zu GLS Bank kam, war er Geschäftsführer einer europäischen, auf Banken spezialisierten Ratingagentur.
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Foto: Dirk Thiel / GLS Bank

MIL OSI

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