Junge Beiträge zum europäischen Gedenkjahr 2018

MIL OSI – Source: Koerber Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Junge Beiträge zum europäischen Gedenkjahr 2018

Im Februar kam das diesjährige Redaktionsteam, das sich aus jungen Menschen aus ganz Europa zusammensetzt, zu einem Workshop in Hamburg zusammen und beschloss die Themen für das kommende Jahr auf dem History Campus Blog, der europäischen Plattform zu jungen Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart. Das Super-Gedenkjahr 2018 wird auch die Agenda des History Campus‘ bestimmen: Es jährt sich nicht nur das Ende des Ersten Weltkriegs, sondern auch das Frauenwahlrecht zum 100. Mal; ebenso wird dem Prager Frühling 1968 gedacht und dem Ende der Tschechoslowakei vor 25 Jahren im Jahr 1993. Das Erbe und die Auswirkungen dieser Ereignisse auf die junge Generation aus ganz Europa wird aus verschiedenen Perspektiven diskutiert werden.
Dabei beleuchten die Autoren des History Campus auch kontroverse Themen und gegenwärtige Konflikte und legen auch mal den Finger in die Wunde: Die immer weiter auseinander driftenden Gräben in Europa werden zum Beispiel anhand der Situation junger Europäer in Großbritannien in Brexit-Zeiten verdeutlicht. Auch der sich immer weiter verschärfende Konflikt im Osten der Ukraine und dessen Auswirkungen auf die junge Generation der Region wird 2018 ein Thema sein. Die Autoren stellen sich auch der Herausforderung, das Spannungsfeld zwischen den sich zunehmend auf die eigenen Interessen fokussierenden Länder Europas zu hinterfragen und aus der Perspektive transnational denkender junger Menschen Ideen für Europa zu entwickeln.
Dabei durchbricht der History Campus nationale Echoräume und überwindet mentale Monokulturen: Die Beiträge von Autoren aus 30 verschiedenen Ländern, von Schülerinnen und Schülern, Studierenden und jungen Berufstätigen aus allen Fachrichtungen zeigen die Vielfalt der für junge Menschen relevanten Themen und Meinungen zu historisch-politischen Themen und Identitätsfragen: »Jeder kodiert Ereignisse und Texte aus der eigenen Erfahrungswelt heraus«, stellt Maria fest. »Auf dem History Campus kommen junge Menschen aus ganz Europa zu Wort und wir können unsere Meinungen äußern und diskutieren.«
Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Themen und Formaten der vergangenen Jahre wieder. So wurde 2016 beispielsweise für einen neuen und ausgeglicheneren Umgang mit dem kontrovers diskutierten Gedenken an das Massaker von Srebrenica in Serbien geworben. Aber auch die Nachwirkungen der Tschernobyl-Katastrophe wurden aus verschiedenen nationalen Perspektiven untersucht. Zudem wurde Geschichte, die vor der Nase der Passanten auf der Straße liegt, in der Sektion »History to Go« aufgespürt. Im letzten Jahr setzten sich die Autoren des History Campus mit dem Format »#Call Europe« mit den kritischen politischen Entscheidungen, die im Rahmen vieler Wahlen auftauchten aus der Perspektive junger Menschen auseinander und erklärten und kommentierten Alternativen und deren Auswirkungen auf nationaler und europäischer Ebene.
Das Redaktionsteam 2018 besteht neben Maria Krylova (22, Schweden), aus Phillip Landgrebe (22, Deutschland), Jonas Ravn (19, Dänemark) und Taras Oleksyn (26, Ukraine), die das Team aus dem vergangenen Jahr um Gregor Christiansmeyer (21, Deutschland), Camilla Crovella (24, Italien), Adelina Fendrina (20, Bulgarien) und Milena Tatalovic (31, Serbien) ergänzen.
Mit dem History Campus schafft die Körber-Stiftung einen Raum für junge Debatten zu Geschichte und Identität. Auf dem History Campus dient Geschichte und die Auseinandersetzung mit der Vielfalt der Perspektiven auf die Vergangenheit als Labor für internationale Verständigung. Das Redaktionsteam ist ein peer-to-peer-Programm für junge Europäer, die gemeinsam mit der Körber-Stiftung den History Campus Blog kuratieren, die Themen festlegen, junge Autoren akquirieren und den Redaktionsprozess begleiten.
Junge Europäer, die Interesse am Schreiben eines Blogposts oder der Mitarbeit in der Redaktion des History Campus haben, können das Redaktionsteam unter info@historycampus.org erreichen. Die Redaktion sucht immer nach jungen Autoren mit frischen Perspektiven und interessanten persönlichen Zugängen oder Erfahrungen zu Fragen von Geschichte und Identität. Jedes Jahr im Herbst gibt es die Möglichkeit, Teil des Redaktionsteams zu werden. Die nächste Ausschreibung für das Editors Programm erfolgt im November 2018 auf dem History Campus, die Termine werden auch im EUSTORY-Newsletter angekündigt.

Lehrer blicken in die digitale Arbeitswelt

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Headline: Lehrer blicken in die digitale Arbeitswelt

»Der Unternehmensbesuch hat bei mir viele Vorurteile abgebaut und war sehr inspirierend, was den Arbeitsplatz betrifft.« »Es hat mir erschreckend vor Augen geführt, wie weit die Schule von der Wirtschaft entfernt ist. Ich würde mir mehr Engagement von Unternehmens-Seite wünschen.« »Eine tolle Idee, bitte weitere solche Veranstaltungen, die sich von den klassischen Lehrerfortbildungen abheben.«
Es war eine Mischung aus inspirierenden Talks, persönlichen Begegnungen mit Unternehmensvertreterinnen und –vertretern und ganz konkreten Einblicken in die Praxis Hamburger Digitalunternehmen wie Google, XING, Facebook, Otto, Facelift und Jimdo. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des »Digital Summit« von Körber-Stiftung und App Camps wurde es sehr anschaulich: digitale Tools sind im Arbeitsleben wichtig und omnipräsent. Durch sie entstehen neue Tätigkeitsfelder und Berufe, für die bereits Jugendliche möglichst früh Kompetenzen und Qualifikationen erwerben sollten.
Die Unternehmerin, Forscherin und Bloggerin Svenia Busson bot zum Auftakt eine Weltreise an spannende und innovative Orte digitaler Bildung. Der Journalist und erfolgreiche Youtuber »MrWissen2Go« Mirko Drotschmann berichtete, welche Themen sich Jugendliche von ihm wünschen, wie man ein gutes Erklärvideo macht und wie es sich anfühlt, die Bundeskanzlerin zu interviewen.
Petra Scharner-Wolff, Vorständin der Otto Group, Christoph Igel, Professor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und Ali Mahlodji, der Mitgründer und Geschäftsführer von Whatchado diskutierten zum Abschluss über die Herausforderungen für Unternehmen und Arbeitswelt und über die notwendigen Konsequenzen, die sich hieraus für die Aus- und Weiterbildung ergeben.Videomitschnitt des Beitrages von Svenia BussonVideomitschnitt des Interviews mit Mirko DrotschmannVideomitschnitt des Gesprächs mit Petra Scharner-Wolff, Christoph Igel und Ali MahlodjiFilmische Eindrücke vom ersten Digital Summit für Lehrkräfte

Georg Blume und Faisal Hamdo auf der Leipziger Buchmesse

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Headline: Georg Blume und Faisal Hamdo auf der Leipziger Buchmesse

Im Frühjahr schaut die Buchwelt nach Osten: Die Leipziger Buchmesse ist neben der Frankfurter Buchmesse im Herbst der große Magnet für Buchhandlungen, Verlage – und vor allem natürlich für die Leserinnen und Leser. In diesem Frühling kann die Edition Körber zwei ihrer Bücher in Leipzig präsentieren.
Nur wenige Tage nach der erneuten Ernennung von Bundeskanzlerin Angela Merkel – und möglicherweise direkt nach ihrem formellen »Antrittsbesuch« bei Emmanuel Macron – stellt Georg Blume sein Buch »Der Frankreich-Blues« zur Debatte. Seine These: In die deutsch-französischen Beziehungen hat sich eine tödliche Routine eingeschlichen. Gelingt es den beiden Staaten nicht, das Ruder wieder herumzuwerfen, ist das ganze europäische Projekt in Gefahr. Passenderweise am Stand des deutsch-französischen Fernsehsenders arte analysiert der Auslandskorrespondent Georg Blume die Versäumnisse vor allem der Berliner Republik. Wird es dem jungen Präsidenten Macron gelingen, frischen Wind in die deutsch-französische Ehe zu bringen? Georg Blume öffnet uns die Augen dafür, wie unsere westlichen Nachbarn Deutschland und die deutsche Politik wahrnehmen.
Auch der junge syrische Autor Faisal Hamdo schaut mit einem frischen Blick auf Deutschland. Seit gut drei Jahren lebt er in Hamburg, nachdem ihm 2014 die Flucht aus dem umkämpften Aleppo gelungen war. Schnell hat er die Sprache gelernt, und es ist ihm gelungen, sein Physiotherapie-Studium anerkennen zu lassen, sodass er heute in seinem erlernten Beruf in einer Hamburger Klinik arbeiten kann. Geschafft hat er das, weil er sich mit viel Neugier und Energie dafür eingesetzt hat, Deutschland und die Deutschen kennenzulernen. Sein Buch erzählt ebensosehr vom Ankommen in Deutshcland wie von den Narben, die der Krieg hinterlassen hat. Auf dem »Blauen Sofa« von Bertelsmann, Deutshclandfunk Kultur und ZDF berichtet am Messe-Sonntag im Gespräch mit der Journalisitin Christine Watty von seinem neuen Leben, fern von Aleppo.
zum Buch »Frankreich-Blues«zur Veranstaltung auf der Leipziger Buchmesse
zum Buch »Fern von Aleppo«zur Veranstaltung auf der Leipziger Buchmesse

MINT in den ländlichen Raum bringen

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Headline: MINT in den ländlichen Raum bringen

Auch wenn sich nur rund 10 Prozent der registrierten MINT-Regionen in Kleinstädten befinden, ist der ländliche Raum für viele regionale MINT-Netzwerke eine Herausforderung. Wie lässt sich MINT-Unterricht digital gestalten, wenn es keine Breitbandanbindung gibt? Wie kommen Auszubildende in die Betriebe abseits der Metropolen, wenn sie kein eigenes Auto haben. Eine Vielzahl von MINT-Regionen, die in mittelgroßen Städten verortet ist, verfügt über ein großes Einzugsgebiet mit ländlichen Strukturen. Grund genug also, eine Tagung zu diesem Thema zu organisieren.
Zwei Tage lang haben sich MINT-Netzwerkerinnen und –Netzwerker, Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, Kommunen und Stiftungen sowie Lehrkräfte am Fraunhofer-Institut ITWM in Kaiserslautern ausgetauscht. Im Mittelpunkt stand dabei stets das Thema Mobilität, wie Silke Steinbach vom Schülerforschungsverbund Westpfalz betont: »Wie können MINT-Angebote mobil werden? Fahren wir selbst raus oder können wir es mit den Mittel der Digitalisierung in die Fläche schaffen?« Zu diesen Fragen wurden verschiedene Projekte vorgestellt und Lösungsansätze diskutiert.
Für die Tagung, die von der Körber-Stiftung mit der ZukunftsRegion Westpfalz e.V. organisiert worden ist, liegt jetzt eine Dokumentation vor. Darin sind nicht nur die Vorträge zu den Themen »MINT-Regionen im ländlichen Raum« sowie »MINT-Regionen und kommunales Bildungsmanagement« zu finden, sondern auch die Zusammenfassung der vier Workshops und neun Sessionbeiträge, die im Verlauf der Veranstaltung angeboten wurden.
Dokumentation der Tagung (PDF)

Historische Aufklärung als Menschenrecht

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Headline: Historische Aufklärung als Menschenrecht

Für die Erinnerung an die Diktaturen des 20. Jahrhunderts als gemeinsame europäische Verantwortung habe sich Arsenij Roginskij Zeit seines Lebens stark gemacht, und dieser Auftrag sei gleichzeitig sein Vermächtnis. Damit leitete Ellen Überschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, im Namen der Veranstalter die Gedenkmatinee ein. Rund 200 deutsche und internationale Gäste waren der Einladung der Böll-Stiftung, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, des Deutsch-Russischen Austausches sowie des Lew-Kopelew-Zentrums und des Vereins MEMORIAL Deutschland in die Repräsentanz der Heinrich-Böll-Stiftung gefolgt.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die auch von der Körber-Stiftung als langjährigem Partner von MEMORIAL International im Rahmen des EUSTORY-Netzwerks unterstützt wurde, standen die Rolle von Arsenij Roginskij als einem der Wegbereiter historischer Aufklärung in der Sowjetunion und in Russland sowie die Diskussion über die Zukunftsperspektiven der von ihm mit begründeten Organisation MEMORIAL, die Ende 2016 vom russischen Justizministerium zum sogenannten »internationalen Agenten« erklärt wurde. Auf dem Programm standen neben einer persönlichen Würdigung des Verstorbenen zwei Gesprächsrunden über dessen Wirken und die Zukunft von MEMORIAL. Der Pianist und Musikwissenschaftler Jascha Nemtsov sorgte mit Werken von Mieczyslaw Weinberg und Vsevolod Zaderatsky für einen auch thematisch passenden musikalischen Rahmen.
In seinem Festvortrag erinnerte der Osteuropahistoriker Wolfgang Eichwede mit sehr persönlichen Worten an Arsenij Roginskij als Aufklärer und Humanisten, der sich – obwohl Exil nie ein Thema für ihn gewesen sei – sehr intensiv mit der Debatte über die historische Aufarbeitung in Deutschland beschäftigt habe und dem die Aussöhnung zwischen Russland und Polen ein wichtiges Anliegen gewesen sei.
Die anschließende Gesprächsrunde unter anderem mit Elena Zhemkova, Geschäftsführerin von MEMORIAL International, dem russischen Historiker Nikita Petrov und der ehemaligen Grünen-Bundestagsabgeordneten Marieluise Beck, widmete sich dem Wirken und Vermächtnis Arsenij Roginskijs. Auch dort wurde deutlich, welch besondere Bedeutung Deutschland und der deutsch-russische Dialog über Vergangenheitsbewältigung und historische Aufarbeitung im Leben Roginskijs hatte. Er sei stolz gewesen auf die Bemühungen deutscher Bundestagsabgeordneter, eine Entschädigung für sowjetische Zwangsarbeiter zu ermöglichen, unterstrich Elena Zhemkova. Für Arsenij Roginskij habe stets der Mensch im Mittelpunkt gestanden, sagte der Historiker Nikita Petrov. Seine Lebensaufgabe habe er in der Auseinandersetzung mit Archivmaterialien und in der Öffnung von Archiven gesehen.
In der Auseinandersetzung mit den Folgen des Totalitarismus sei es ihm niemals nur um die Verantwortlichen in der ersten Reihe, sondern vor allem um die Menschen in der zweiten Reihe gegangen, die als Täter und als Opfer von Unterdrückung und totalitärer Herrschaft betroffen gewesen seien. »MEMORIAL hat immer das getan, was der Staat nicht getan hat«, so Petrov. Marieluise Beck unterstrich, dass Roginskij nicht nur an der Vergangenheit, sondern immer auch an der Gegenwart und Zukunft interessiert gewesen sei. Sein Vermächtnis skizzierte sie als den Auftrag an die nachfolgenden Generationen, sich gegen die Rückkehr von Nationalismus und für eine Fortsetzung der Aufklärungsarbeit einzusetzen.
Eine zweite Diskussionsrunde, unter anderem mit der Historikerin und Publizistin Irina Scherbakowa, dem langjährigen Leiter des Moskauer Büros der Heinrich-Böll-Stiftung, Jens Siegert, und dem russischen Historiker Sergej Parchomenko, richtete den Blick auf die Zukunftsperspektiven von MEMORIAL. Jens Siegert unterstrich, dass es in Russland trotz der aktuell schwierigen Situation von MEMORIAL einen großen gesellschaftlichen Bedarf für die Arbeit von MEMORIAL gäbe. Die Organisation sei inzwischen die größte NGO Russlands und habe mit ihrem Haus in Moskau einen Ort der Begegnung und mit ihren Netzwerken in den Regionen eine Struktur geschaffen, die es ermögliche, landesweit einen Dialog über historische Aufarbeitung und Menschenrechte aufrecht zu erhalten.
Diese Netzwerke zu erhalten und gleichzeitig den Generationswechsel in der Organisation so zu organisieren, dass die wachsende Zahl junger Historiker, Experten und Aktivisten, die sich bereits heute für MEMORIAL engagierten, in  Zukunft mehr Verantwortung übernehmen könnten, sei die zentrale Aufgabe der kommenden Jahre, betonte Irina Scherbakowa.
Die Organisation MEMORIAL, ihre Netzwerke, ihr Haus und das umfassende Archiv seien ein Ort, der stellvertretend für ein »freies Russland« stehe, betonten die Gesprächspartner zum Abschluss der Matinee. Dies sei das Vermächtnis von Arsenij Roginskij, das es auch in schwierigen Zeiten zu bewahren gelte. Anlässlich der Matinee erschien eine Ausgabe der Zeitschrift OSTEUROPA mit Texten von Arsenij Roginskij. 
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Ivan Krastev eröffnet Körber History Forum 2018

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Headline: Ivan Krastev eröffnet Körber History Forum 2018

Die Renationalisierung von Geschichte, Flucht und Integration als Herausforderung für Europa, Russland und der Westen im Zeitalter neuer Aufrüstung, türkischer Neo-Osmanismus und das Erbe des Ersten Weltkriegs – diese und andere Themen werden auf dem Körber History Forum am 28. und 29. Mai 2018 im Römischen Hof in Berlin mit Blick auf ihren historischen Hintergrund interdisziplinär und grenzübergreifend diskutiert.
Wie prägen die unterschiedlichen Sichtweisen auf den Ersten Weltkrieg das Verhältnis der Länder Europas bis heute? Dieser Frage gehen der frühere finnische Außenminister und Vorsitzende von »Historians Without Borders« Erkki Tuomioja gemeinsam mit der Soziologin Eva Kovács von der Ungarischen Akademie der Wisssenschaften, dem Historiker Andrzej Nowak von der Jagiellonen Universität Krakau und Joachim von Puttkamer, Direktor des Imre Kertész Kolleg in Jena, nach.
Welche Folgen hat der türkische Neo-Osmanismus für Europa und den Nahen Osten? Das thematisieren unter anderem der türkische Historiker İlber Ortaylı und Eugene Rogan, Direktor des Middle East Centre am St Antony’s College der Universität Oxford.
Wie sollte Europa der Herausforderung von Flucht und Integration begegnen? An dieser Debatte werden sich der Historiker Philipp Ther von der Universität Wien, die politische Anthropologin Esra Özyürek von der London School of Economics und der frühere ungarische Botschafter in Berlin, Gergely Pröhle, beteiligen.
Erleben wir gerade einen Kalten Krieg 2.0 zwischen Russland und dem Westen? Das diskutiert der russische Journalist und Autor Maxim Trudolyubov mit dem ehemaligen finnischen Botschafter in Moskau und Berlin, René Nyberg.
Weitere Themen des Körber History Forums 2018 sind der Zusammenhang zwischen Wohlstandsversprechen und Demokratie, die Folgen des Kolonialismus in Großbritannien, das Erbe von Stalinismus und Nationalsozialismus in Litauen und die Separatismus-Bestrebungen in Spanien – Diskussionen, in die sich auch die britische Journalistin Afua Hirsch und die litauische Autorin Rūta Vanagaitė einbringen werden.»Historisches mit einem offenen, unvoreingenommenen Blick zu betrachten, die verschiedenen Sichtweisen abzugleichen und Narrative, die von der Politik instrumentalisiert werden, zu hinterfragen, ist bis heute unerlässlich. In zahlreichen Ländern Europas gibt es Bestrebungen, Geschichte für populistische Argumentationen zu nutzen«, erläutert Gabriele Woidelko, Leiterin des Bereichs Geschichte und Politik, das Anliegen des Körber History Forums. Dort tauschen sich jährlich 200 führende Akteure aus Politik, Wissenschaft und öffentlichem Leben, Intellektuelle und Meinungsbildner aus Deutschland, Europa, Nordamerika und dem Nahen Osten aus, um die internationale Verständigung auch über die politische Dimension von Geschichte zu fördern.Programm des Körber History Forums 2018 (PDF)Informationen zum Körber History Forum 2017

MINT in der schulischen Bildungskette

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Was und wie sollen Kinder im Kita-Alter lernen? Professorin Mirjam Steffensky vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik warb bei der Tagung des MINTforum Hamburg für eine frühe MINT-Bildung. »Dabei bilden Kinder eine erste Idee von Begriffen, Konzepten und Phänomenen – zum Beispiel der belebten und unbelebten Natur – und das kindliche Interesse, die Lernfreude und das Zutrauen in eigene Fähigkeiten kann gestärkt werden«. Die Kinder entwickelten dabei Vorläuferfähigkeiten für den späteren Übergang in die Schule. Wesentlich für Steffensky ist bei der frühen MINT-Bildung, dass gerade auch bildungsbenachteiligte Kinder, die nicht »alles von selbst« lernten, wichtige Impulse erhielten.
Professor Thomas Schramm von der HafenCity Universität Hamburg (HCU) nahm im Anschluss das andere Ende der schulischen Bildungskette in den Blick: Am Beispiel der notwendigen Mathematik-Kompetenzen für ein MINT-Studium, abgeprüft in dem Selbsttest für studieninteressierte Schülerinnen und Schüler nach dem Abi »MINTfit«, plädierte Schramm für eine mathematische Bildung in der Schule, welche die erforderlichen mathematischen Kenntnisse und Grundkompetenzen für ein naturwissenschaftlich-technisches Studium nach dem Abitur vermittelt.
Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte sowie Vertreter außerschulischer Lernorte verfolgten mit großem Interesse die Tagung, die den Teilnehmenden neben den wissenschaftlichen Impulsen noch verschiedenste Rundgänge in die Labore und Einblicke in Forschungsprojekte der HCU ermöglichte. Im Labor für Photogrammetrie und Laserscanning beispielsweise reisten Erzieher und Lehrkräfte mit einer Virtual Reality-Brille nach Bad Segeberg, im CityScienceLab suchten sie mögliche Bauplätze für Flüchtlingsunterkünfte und auf dem verschneiten Gründach der HCU lernten sie den Nutzen begrünter Dächer für Wasserwirtschaft, Kühlung und soziales Leben kennen.
Den Abschluss der Tagung bildete ein Markt der außerschulischen Lernorte und Projekte: Über 20 Netzwerkpartner des MINTforum Hamburg zeigten in einer großen Ausstellung im Foyer der HCU ihre MINT-Angebote, die sich ganz im Sinne des Tagungsmottos an Kinder und Jugendliche von der Kita bis in die Hochschule richten.
Die Angebote und alle aktuellen Termine rundum MINT-Wettbewerbe, Experimente, Ferienkurse etc. finden sich hier: www.mintforum.de 

Neue MINT-Strategie für Rheinland-Pfalz

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Vom 26. bis 27. Februar trafen sich MINT-Netzwerkerinnen und –Netzwerker, Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, Kommunen, Hochschulen und Universitäten sowie Lehrkräfte am Fraunhofer-Institut ITWM in Kaiserslautern. Ihr Ziel war es, sich über die Herausforderungen des ländlichen Raumes für die MINT-Bildung auszutauschen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.
Auf der Tagung stellte Simon Stein vom Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz die neue MINT-Strategie des Landes vor. Im Mittelpunkt steht die Förderung von regionalen Netzwerken für die MINT-Bildung in dem Bundesland. Bereits in wenigen Wochen wird eine Geschäftsstelle in Trier eingerichtet, die sich um die Organisation eines Förderwettbewerbs kümmern wird. Demnach sollen in den kommenden vier Jahren jeweils 2 neue MINT-Regionen jährlich ausgezeichnet werden, die finanziell unterstützt und beraten werden.
Darüber hinaus ist der Aufbau einer Internetplattform geplant, auf der alle MINT-Angebote in Rheinland-Pfalz verzeichnet werden sollen. Ein weiteres Ziel ist es, mehr Mädchen für die MINT-Fächer zu begeistern. Weitere Themen der Tagung waren der Fachkräftemangel, mobile und digitale MINT-Angebote sowie dezentrale Lernorte, die in Vorträgen, Workshops, Barcamp-Sessions und einer Podiumsrunde diskutiert wurden.
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Preisträger des Geschichtswettbewerbs von Studienstiftung aufgenommen

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Ihr erfolgreiches Abschneiden beim Geschichtswettbewerb zum Rahmenthema »Gott und die Welt. Religion macht Geschichte« qualifizierte die angehenden Studierenden zur Teilnahme an der Veranstaltung. Während des zweitägigen  Auswahlseminars stellten sich die Jugendlichen in zwei Einzelgesprächen und einem Gruppengespräch mit Diskussionsleitung den Mitgliedern der Kommission.
Die sechs Preisträger, die in das Förderprogramm aufgenommen wurden, sind: Laureen Balz (Nordrhein-Westfalen), Federico Cassarà (Baden-Württemberg), Maximilian David Ferst (Schleswig-Holstein), Philipp Müller (Nordrhein-Westfalen), Robert Richter (Hamburg) und Jasper Siegert (Niedersachsen).
»Wir freuen uns über die sehr gute Kooperation und Zusammenarbeit mit der Studienstiftung des deutschen Volkes. Es ist eine besondere Chance und Fördermöglichkeit für unsere Preisträgerinnen und Preisträger, am Sonderauswahlverfahren teilzunehmen. Auch wenn es dann vielleicht nicht zur Aufnahme kommt, sind die zwei Tage Seminar eine wichtige Erfahrung für die jungen Leute«, so Carmen Ludwig, Programmleiterin bei der Körber-Stiftung.
Seit 1973 richten die Körber-Stiftung und das Bundespräsidialamt den Geschichtswettbewerb aus, der auf eine gemeinsame Initiative des damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann und des Stifters Kurt A. Körber zurückgeht. Ziel ist es, bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für die eigene Geschichte zu wecken, Selbstständigkeit zu fördern und Verantwortungsbewusstsein zu stärken. Ausgeschrieben wird der mit bislang über 141.000 Teilnehmern und rund 31.500 Projekten größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland in einem zweijährigen Turnus und zu wechselnden Themen.
Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist das älteste und größte Begabtenförderungswerk Deutschlands und vergibt jährlich ca. 2.600 Stipendien unabhängig von politischen, weltanschaulichen und religiösen Vorgaben. Seit 1981 konnten über Sonderauswahlverfahren des Geschichtswettbewerbs über 100 Preisträger in die Studienstiftung aufgenommen werden.

Filmwoche für junge Forscher

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Headline: Filmwoche für junge Forscher

Eingeladen sind Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen 1 und 2. Im Anschluss an die Filme können Filmemacher und Wissenschaftler befragt werden. Neben der Schulkinowoche am Vormittag gibt es auch einen Filmabend am 22. März zum »Thema Plastik in den Ozeanen und die Auswirkungen auf das Ökosystem der Meere«, u.a. mit dem Hamburger Filmemacher Güven Purtul.
Das Internationale Naturfilmfestival Green Screen erreicht mit seiner naturpädagogischen Arbeit viele Tausend Schülerinnen und Schüler in Deutschland und Dänemark. Mit dem SFZ Hamburg ist Green Screen jetzt auch erstmals in Hamburg präsent.
Das SFZ Hamburg ist ein gemeinsames Projekt von Behörde für Schule und Berufsbildung, Joachim Herz Stiftung, Körber-Stiftung, NORDMETALL, Universität Hamburg. Ziel ist es, Talente in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zusammenzubringen und zu fördern.Weitere Informationen zu Filmen und Anmeldung gibt es auf der Website des SFZ Hamburg sowie des Green Screen Festivals.