Sind Sie ein forschender Freigeist?

MIL OSI – Source: Volkswagen Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Sind Sie ein forschender Freigeist?

Ihre Themen bewegen sich in Grenzbereichen zwischen den Disziplinen und sie wollen Bekanntes völlig neu denken – aber beim Beantragen von Fördermitteln fallen Nachwuchswissenschaftler(innen) mit solchen außergewöhnlichen Forschungsideen häufig durch alle Raster. Ihre Projekte erscheinen anderen Förderinstitutionen häufig als “zu gewagt”, “zu ungewöhnlich” oder “zu kompliziert”. Für eben diese exzellenten jungen Forscher(innen) konzipierte die VolkswagenStiftung ihre Freigeist-Fellowships. Seit 2014 wählt das Kuratorium der Stiftung jährlich zehn bis fünfzehn “Freigeister” aus, die den Mut zu außergewöhnlichen Perspektiven mitbringen und bereit sind, das Risiko einzugehen, sich auf wirklich neues Forschungsterrain zu wagen.
40 Freigeist-Fellows seit 2014
Die aktuell bereits geförderten 40 Freigeist-Fellows kommen dabei aus vielen verschiedenen Forschungsdisziplinen, was zu einer breiten Palette an ungewöhnlichen Forschungsthemen führt: Sie reichen von “Nuklear-Archäologie” über die Auswirkung computergenerierter Nachrichten auf den Journalismus oder der Erforschung des ökologischen Fußabdrucks von Städten bis zu Biomarkern für Leben im All. Hier finden Sie eine Übersicht über alle 40 Freigeist-Fellows mit einer kurzen Beschreibung ihrer Projekte.Doch was ist ein “echter Freigeist” für die VolkswagenStiftung und für wen kommt das Fellowship-Programm überhaupt in Frage? Antworten darauf finden Sie in unserem animierten Video. Der nächste Stichtag für eine Bewerbung auf ein Freigeist-Fellowship ist der 11. Oktober 2018. Hier finden Sie alle Informationen zur Förderinitiative Freigeist-Fellowships.

Symposium über Gartenkunst und Landschaftsarchitektur – Reisestipendien verfügbar

MIL OSI – Source: Volkswagen Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Symposium über Gartenkunst und Landschaftsarchitektur – Reisestipendien verfügbar

Originally, the area of responsibility for landscape architecture was based on the premise that the planning and creating of open spaces such as parks and gardens was the business of garden artists. Today, the training of landscape architects and future challenges of the profession include the protection of natural resources and the environment, urban planning or tourism – to name but a few. The international symposium “From Garden Art to Landscape Architecture – Traditions, Re-Evaluations, and Future Perspectives” addresses questions which, based on the idea of garden art, will help to reconstruct its historical development but also discuss the notion and the relevance of “art” in everyday work. The contributions will critically reflect on the professional self-image of landscape architects at the beginning of the 21st century.
Today, the term “Gartenkunst” (“garden art”) is often restricted to historic parks and gardens, regardless of whether these met the artistic demands at the time of their creation, or because they have survived to this day. Which present-day parks and gardens can be regarded as the work of a garden artist? Which criteria would qualify a garden artist? Who would be worth considering?
The first section of the symposium will examine the transformation of the term “Gartenkunst” both nationally and internationally. One core topic will be the radical change during the 20th century when contemporary and historic garden art became separate disciplines.
The second section discusses if contemporary garden art exists or even should exist. Do the fine arts/visual arts of today have the sole right of representation? Where are the boundaries to architecture? What would denote a landscape architect as an artist?
During the third section, internationally renowned landscape architects whose work features distinctive characteristics, will self-reflexively take a stand on the question of whether their creations are garden art or not.
The Herrenhausen Symposium invites professionals working in municipal administration, city planning offices, governmental agencies such as nature conservation agencies, departments for the conservation of historic buildings and in educational institutions like universities – as employees, civil servants or freelancers – as well as scientists e.g. from the field of landscape architecture. “From Garden Art to Landscape Architecture – Traditions, Re-Evaluations, and Future Perspectives” is part of the Herrenhausen Symposia Series initiated by the Volkswagen Foundation which is joined by the German Association of Garden Art and Landscape Culture (DGGL), the Centre of Garden Art and Landscape Architecture at the Leibnitz University of Hannover, and the department Herrenhäuser Gärten of the state capital of Hannover.
Herrenhausen Symposium From Garden Art to Landscape Architecture. Traditions, Re-Evaluations, and Future Perspectives September 14 & 15, 2018 Herrenhausen Palace, Hanover, Germany
Program
The program for the Symposium From Garden Art to Landscape Architecture. Traditions, Re-Evaluations, and Future Perspectives can soon be found on this page.
Session 1: Garden Art through the Ages
Session 2: New Research Projects
Session 3: Contemporary Reflections about Art and Garden Art
Session 4: (Garden-)Artist, Designer or Both – Self-Reflexions on the Work and the Profession by Renowned Landscape Architects
Session 5: Future Perspectives
Registration
If you would like to attend the conference, please register by clicking on the registration link in the column on the right. There are no fees for attendance but registration is essential.
Travel Grants and Posters
Travel grants are available for junior researchers. The deadline is February 28, 2018 at 6:00 p.m. EDT. Notice will be sent at the end of March 2018. More information on applying for grants is available in the pdf in the column on the right (see downloads).
Language
The conference language is English.
Venue and public transport
The conference is held at Herrenhausen Palace in Hanover, Germany. You can reach the venue by tram: Take line 4 or 5 and get off at “Herrenhäuser Gärten”.

“Wir müssen reden”: Ein Plädoyer für eine bessere Wissenschaftskommunikation

MIL OSI – Source: Volkswagen Stiftung – Press Release/Statement

Headline: “Wir müssen reden”: Ein Plädoyer für eine bessere Wissenschaftskommunikation

Womöglich gibt es ja gute Gründe für die Wissenschaft, sich einer Popularisierung um jeden Preis zu entziehen?
Krull: Was wir lange übersehen haben ist, dass Wissenschaft die Gesellschaft nicht nur zur Finanzierung braucht, sondern dass eine Verzahnung auch dem Erkenntnisfortschritt dient und damit der Weiterentwicklung der Forschung. Wir sehen in den USA gerade, was geschieht, wenn in der Gesellschaft eine Kluft gegenüber den Eliten entsteht. Wir diskutieren eine “Vertrauenskrise der Wissenschaft”, doch eigentlich handelt es sich um ein Auseinanderfallen der Gesellschaft in verschiedene Öffentlichkeiten.
Aber in Deutschland zeigen Umfragen doch regelmäßig, dass die Menschen der Wissenschaft einen enormen Vertrauensvorschuss geben.
Vogel: Die Zahlen zeigen, dass zwei Drittel der Bevölkerung großes Interesse daran haben, mit Wissenschaft in Berührung zu kommen. Die Zahlen sagen aber auch, dass zwei Drittel nicht wissen, wo sie sich dieses Wissen abholen können. Ein Hunger für Wissenschaft ist da, aber wir stillen ihn nicht.
Krull: Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler denken immer noch: Dafür haben wir die Medien. Wissenschaftsjournalisten sind aber nicht die Sprachrohre der Wissenschaft, sondern ihre kritischen Beobachter und Begleiter.
Vogel: Wir sollten hoffen, dass es sich um eine Generationenfrage handelt, die sich erledigt. In der Tat haben viele der jungen Leute, die bei uns anfangen, überhaupt keine Scheu mehr, Wissenschaftskommunikation als Teil ihrer Aufgabe zu sehen.
Krull: Aber auch die jungen Leute bekommen mit Blick auf ihre Karriere ständig den Rat, sich nicht an der falschen Stelle zu engagieren. Hinzu kommt ein Verständnisproblem zwischen Forscherinnen und Forschern  und der Gesellschaft, das im System Wissenschaft angelegt ist. In vielen Fachgebieten wird nur noch auf Englisch publiziert. In der Molekularbiologie und in vergleichbaren Disziplinen findet gar keine Begriffsbildung mehr auf Deutsch statt, den Forschern fehlen im Austausch mit der Gesellschaft schlicht die Worte.
Das Kernproblem bei der Wissenschaftskommunikation ist die Wissenschaft selbst?
Krull: Das Problem ist, wie wir die Autonomie von Wissenschaft heute leben. Ein Großteil der Spielräume, die die Wissenschaft erhalten hat, geht wieder verloren, weil wir sie einer Vermessung unterwerfen, so dass nur noch Indikatoren zählen. Wir müssen den Mut haben zu sagen: Die Kernaufgabe einer Universität ist nicht das Verfassen wissenschaftlicher Artikel, die eine Million pro Seite kosten, sondern vor allem die kommende Generation für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft heranzubilden und sich gegenüber der Gesellschaft erklären zu können.
Herr Vogel, Sie beraten die Europäische Kommission als Vorsitzender der sogenannten “Open Science Policy Platform”. Was sagen Sie dort?
Vogel: Wir müssen zeigen, dass in einer Organisation exzellente Forschung und innovative Kommunikation zu besseren Leistungen führen. Dass sie sich nicht widersprechen, sondern einander positiv beeinflussen.

Künstliche Intelligenz: Neue Förderinitiative eingerichtet

MIL OSI – Source: Volkswagen Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Künstliche Intelligenz: Neue Förderinitiative eingerichtet

Die Initiative “Künstliche Intelligenz – Ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft von morgen” richtet sich an Wissenschaftler(innen), die sich in Konsortien aus Technik-, Gesellschafts- und/oder Geisteswissenschaften zusammenfinden und sich den Herausforderungen im Spannungsfeld “Künstliche Intelligenz” (KI) und Gesellschaft widmen. Da solche transdisziplinären Konstellationen vielfach noch nicht ins Auge gefasst wurden, können neben Mitteln für konkrete Projekte über bis zu vier Jahre auch solche für eine einjährige Findungsphase (“Planning Grants”) und daran anschließende Vollantragstellung bewilligt werden. Der erste Stichtag für Anträge ist der 5. Juli 2018.
Ob selbstfahrende Autos oder autonome Roboter – Forschende im Feld der “Künstlichen Intelligenz” erzielen in ungeahntem Tempo technologische Fortschritte, die Expert(inn)en noch vor wenigen Jahren für unmöglich hielten. So sind beispielsweise Computerprogramme, die eigenständig Funktionen erlernen und deren Verhalten damit von seinen Konstrukteuren nicht mehr vollständig nachvollziehbar ist, längst keine Zukunftsmusik mehr.
Chancen und Risiken von KI
Mit diesen Entwicklungen gehen Chancen und Risiken einher, die zum heutigen Zeitpunkt nur schwer abzuschätzen sind. Bei jüngsten Entwicklungen von Bilderkennungssystemen kommt beispielsweise ein Algorithmus zum Einsatz, der auf Basis unter anderem von Mimik und Gesichtsproportionen mit großer Treffsicherheit Rückschlüsse auf die sexuelle Orientierung der Abgebildeten ziehen kann. Was aber folgt, wenn mithilfe nur eines Bildes einem Menschen bestimmte Eigenschaften zugeordnet werden können – zum Beispiel in Ländern, in denen Homosexualität verboten ist? Demgegenüber eröffnen KI-Systeme viele neue Möglichkeiten im medizinischen Bereich: Bei der Analyse von Tumoren im Körper können nun die Eigenschaften der umgebenden Gewebestrukturen mittels Bilderkennung mit einbezogen werden, um die Diagnostik solcher Erkrankungen zu verbessern.
Diese Fortschritte werfen völlig neue Fragen nach Verantwortung oder notwendig werdenden Regelungen und Gesetzen auf. Um neue Technologien auch mit Rücksicht auf ihre Bedeutung für die Gesellschaft und für jeden Einzelnen zu konzipieren, müssen Technik- und Gesellschaftswissenschaften von Beginn an in die Entwicklung einbezogen sein. Dieses Kooperationsfeld stellt beide Forschungsbereiche vor neue Herausforderungen, eröffnet ihnen aber auch Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.

13 Mio. Euro für Promotionskollegs zwischen Forschung und Berufspraxis

MIL OSI – Source: Volkswagen Stiftung – Press Release/Statement

Headline: 13 Mio. Euro für Promotionskollegs zwischen Forschung und Berufspraxis

Globalisierte, digitalisierte und wissensbasierte Gesellschaften haben einen steigenden Bedarf an akademisch gut ausgebildeten Arbeitskräften. So ergeben sich auch für forschungserprobte Doktorand(inn)en der Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften neue Berufschancen außerhalb der Wissenschaft und alternativ zum klassischen Weg ins Lehramt.
Nur spielt die Durchlässigkeit zwischen akademischer und nichtakademischer Karriere in der deutschen Doktorand(inn)enausbildung nach wie vor kaum eine Rolle. Theorie und Praxis sind häufig nicht miteinander verzahnt. Dabei ist die Promotionsphase in der Regel ein sinnvoller Zeitpunkt zu entscheiden, ob man in der Hoffnung auf eine Professur an der Universität bleiben oder sie verlassen möchte. Doch wohin?
Die VolkswagenStiftung möchte mit ihrer einmaligen Ausschreibung “Wissenschaft und berufliche Praxis in der Graduiertenausbildung” einen Perspektivenwechsel inspirieren, der sich mehr an den “practice-based doctorates” im angelsächsischen Raum orientiert. Für eine Förderung bewerben konnten sich nur Promotionskollegs, in denen von Anfang an Module mit außerwissenschaftlicher Berufspraxis Teil der promotionsthematische Arbeit sind.
Nun wurden im Rahmen der Ausschreibung acht Promotionskollegs mit einer Fördersumme von insgesamt 19 Mio. Euro bewilligt (Links zu detaillierten Projektinformationen):
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer: “Sensing: Zum Wissen sensibler Medien” (Universität Potsdam, rd. 1,6 Mio. Euro)
Prof. Dr. Monika Betzler: “Münchner Kolleg ‘Ethik in der Praxis’ (MKEP)” (Ludwig-Maximilians-Universität München, rd. 1,6 Mio. Euro)
Prof. Dr. Barbara Buchenau: “Scripts for Postindustrial Urban Futures: Ame-rican Models, Transatlantic Interventions” (Universität Duisburg-Essen, rd. 1,7 Mio. Euro)
Prof. Dr. Susanne Fengler (Technische Universität Dortmund, rd. 540.000 Euro), Prof. Dr. Barbara Thomaß (Universität Bochum, rd. 550.000 Euro) und Prof. Dr. Jens Loenhoff (Universität Duisburg-Essen, rd. 550.000 Euro): “MEDAS 21 | Global Media Assistance: Applied Research, Improved Practice in the 21 Century”
Prof. Dr. Barbara Korte: “Neues Reisen  – Neue Medien. Zirkulationen zeit-genössischer Reiseerfahrung zwischen Praxis und Repräsentation” (Universität Freiburg, rd. 1,4 Mio. Euro)
Prof. Dr. Karin Leonhard: “Rahmenwechsel. Kunstwissenschaft und Kunst-technologie im Austausch” (Universität Konstanz, rd. 1,8 Mio. Euro)
Prof. Dr. Christina Strunck: “Modellierung von Kulturgeschichte am Beispiel des Germanischen Nationalmuseums: Vermittlungskonzepte für das 21. Jahrhundert” (Universität Erlangen-Nürnberg, rd. 1,6 Mio. Euro)
Prof. Dr. Margarete Vöhringer: “Wissen/Ausstellen. Eine Wissensgeschichte von Ausstellungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts” (Universität Göttingen, rd. 1,8 Mio. Euro)
Weitere Informationen
Zur (beendeten) Ausschreibung “Wissenschaft und berufliche Praxis in der Graduiertenausbildung”
W. Krull, C. Soetbeer: “Erkenntnisgewinn durch Praxis. Neue Wege in der Dokotorandenausbildung” (pdf-Download des Artikels aus “Forschung & Lehre” Nr.10/2016)

Veranstaltungsbericht zum Herrenhäuser Symposium “Weltwissen – Kleine Fächer”

MIL OSI – Source: Volkswagen Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Veranstaltungsbericht zum Herrenhäuser Symposium “Weltwissen – Kleine Fächer”

Am 25. April 2018 ist der erste Stichtag in der neuen Förderinitiative der VolkswagenStiftung “Weltwissen – Strukturelle Stärkung ‘kleiner Fächer'”. Zum Auftakt dieses neuen Förderangebots lud die Stiftung interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Geistes- wie der Naturwissenschaften ein, sich über die spezifische Situation Kleiner Fächer auszutauschen und Ansätze zu diskutieren, welche Maßnahmen zu ihrer Stärkung an der Universität bzw. in der Hochschullandschaft fruchtbar sein könnten. Denn: Die VolkswagenStiftung behauptet nicht selber zu wissen, wie den Kleinen Fächern geholfen werden kann. Sicher ist nur, dass viele Kleine Fächer heute an den Universitäten in einer schwierigen Lage sind und oft allein durch eine Emeritierung eines einzelnen Professors oder einer Professorin in ihrer Existenz bedroht sein können. Die Stiftung möchte diesen Fächern mit ihrem bewusst offenen Angebot – auch standortübergreifend – Hilfe zur Selbsthilfe geben. Dabei wird sie von den beiden Kerngedanken geleitet, dass eine strukturelle Stärkung eines Kleinen Fachs an einer Universität die Beteiligung der jeweiligen Hochschulleitung erfordert (Förderlinie 1) und dass der Dialog mit der Öffentlichkeit ein wichtiger Baustein in diesem Selbstverortungsprozess darstellt (Förderlinie 2).
Doch was ist überhaupt ein “Kleines Fach”? In seiner Begrüßung griff der Generalsekretär der VolkswagenStiftung Wilhelm Krull (Hannover) auf ein Bild des Münchner Gräzisten Michael Hose zurück, der die Kleinen Fächer – in Spiegelverkehrung des Scheinriesen Tur Tur bei Michael Ende – als “Scheinzwerge” bezeichnete: Je näher man ihnen komme, desto größer erwiesen sie sich. Ihr Forschungsgebiet umfasse oft viele tausend Kilometer große Regionen, die historische Entwicklung über Jahrhunderte hinweg, die Beherrschung verschiedener Sprachen und den Einsatz zahlreicher unterschiedlicher wissenschaftlicher Methoden. Der Stiftung gehe es nicht um “Artenschutz” bedrohter Disziplinen: Sie wolle die Dynamik der Wissenschaft berücksichtigen, gleichzeitig aber auch die Hochschullandschaft in ganz Deutschland im Blick behalten. Die Arbeitsstelle Kleine Fächer in Mainz leiste hier unverzichtbare Arbeit, um die Veränderungen des Gesamtsystems sichtbar zu machen und bemühe sich gerade um eine neue Kartierung der Kleinen Fächer nach einem überarbeiteten Kriterienkatalog. Was jedoch fehle, seien Maßnahmen, die die Bedeutung des Wissens eines Kleinen Fachs für die Wissenschaftslandschaft in Deutschland jenseits der einzelnen Hochschule reflektierten. Wie ist die Lage der Kleinen Fächer im In- und Ausland? Welchen strukturellen Herausforderungen stehen sie gegenüber und wie kann es gelingen, sie zu meistern?
In einem ersten Podiumsgespräch unter der Leitung der zuständigen Programmreferentin für die neue Förderinitiative der VolkswagenStiftung, Adelheid Wessler, ging es um Kleine Fächer in der (Berufs-)Praxis. Gesprächspartner(innen) waren mit Gesa Füßle (Hamburg) von der Agentur Textfuß/jetzt Flüchtlingshilfe, Viktoria Müller (Göttingen) von der Studienberatung der Philosophischen Fakultät und Uwe Schmelter (Berlin), früher Goethe-Institut Ostasien, drei Personen, die alle ein Kleines Fach studiert hatten (Komparatistik, Musikwissenschaft, alte Anglistik) und nun beruflich in unterschiedlicher Form mit Kleinen Fächern zu tun haben. Auf die Frage, welche im Studium erworbenen Kompetenzen im Beruf wichtig seien, wurden sowohl interkulturelle Kompetenz, Differenzierungskraft wie auch Sprachkompetenz und Vermittlungsfähigkeiten vorgebracht. Einig waren sich die drei Gesprächspartner(innen), dass die Leidenschaft für das Fach sehr wichtig sei, dass sich die Studierenden heute aber schon früh mit ihrer beruflichen Zukunft beschäftigten. Was jedoch sind tatsächlich geeignete Berufsfelder? Erwähnt wurden Museen, der diplomatische Dienst und große Unternehmen. Die Vorstellung, man könne als Absolvent eines Kleinen Fachs danach erfolgreich ein Assessment-Center für einen Managementposten in einer Bank überstehen, wurde in der Diskussion ad absurdum geführt: Spätestens am Mathematiktest mit Differentialgleichung würden hier viele Kandidat(inn)en scheitern.
Die Keynote des Herrenhäuser Symposiums hielt die Mediävistin Henrike Lähnemann (Oxford) mit dem Titel: “Das Weltwissen spätmittelalterlicher Nonnen. Von der globalen Relevanz und von Expertenwissen”. Letzteres wollte Lähnemann zum einen als Begriff verstanden wissen, der sowohl das Wissen der Nonnen in Klausur wie auch das Wissen der Kleinen Fächer selbst bezeichnet. Gleichzeitig spießte sie damit kritisch eine Bemerkung des früheren britischen Erziehungsministers Michael Gove auf, der bei der Brexitabstimmung gesagt hatte, die Briten “have had enough of experts”. Lähnemann erläuterte ihre These von der großen Bedeutung der Nonnenforschung an drei Beispielen: der Ebstorfer Weltkarte, den Wienhäuser Dokumenten und den Lüner Briefen. Expertenwissen zu sehr lokalen Themen habe globale Bedeutung, da Forschung hier erstens Rich Data für die Wissenschaft produziere, zweitens mit außeruniversitären Einrichtungen kooperiere und drittens sogar Social Impact im Sinne der britischen Forschungsevaluation des Research Council UK schaffe. Nach letzterem Kriterium wären 2013 beispielsweise ein Fünftel aller Forschungsgelder vergeben worden. Bei der Evaluation müssten britische Wissenschaftler nachweisen, dass eines ihrer Projekte tatsächlich “lebensverändernd” gewirkt habe. In ihrem Fall habe das Lüner Forschungsprojekt dieses Kriterium erfüllt, da die heute im Kloster lebenden Nonnen in einem Video bestätigt hätten, dass Lähnemanns Forschung ihr eigenes Mittelalterbild radikal verändert habe. Universitätsintern habe die Evaluation den positiven Effekt gehabt, dass ihre mediävistische Forschung mehr Sichtbarkeit gewonnen habe.
Sektion 1 war der aktuellen Situation der Kleinen Fächer weltweit gewidmet. Für Deutschland beschrieb der Initiator der Arbeitsstelle Kleiner Fächer Norbert Franz (Potsdam) die Entwicklung: Bereits 1974, als im Zuge der Massenuniversität einige Fächer sichtbar nicht mitwuchsen, sei eine erste Kartierung der sogenannten Kleinen Fächer an deutschen Universitäten als zweibändige “Struktur- und Funktionsanalyse” im Auftrag des Deutschen Hochschulverbands erfolgt. Mit der Einführung der Bologna-Reform 2000 sei die frühere Einheit von Fach, Studiengang und Lehrstuhlinhaber(in) aufgebrochen worden. Bei der Kartierung 2007 habe man sich am Studienfach im alten Magistersystem orientiert und dann Quantitäten festgelegt. Ein Fach mit max. drei Lehrstühlen an einer Universität sei als “klein” klassifiziert worden. 98 der 119 damals bestimmten Kleinen Fächer seien in den Geisteswissenschaften beheimatet. In dem jetzt begonnenen Projekt würden die Kleinen Fächer nach einem neuen Kriterienkatalog kartographiert. Wichtig sei in jedem Fall eine detaillierte Beschreibung und Analyse der Entwicklungsbedingungen im Sinne eines “Habitat”. Franz stellte drei Thesen vor: Erstens sollte das jeweilige “Habitats” international definiert werden; gerade in Deutschland sei man noch zu stark im deutschen Kontext verhaftet. Zweitens solle man sich bewusst sein, dass die Konzeption des Kleinen Fachs mit der Humboldt’schen Bildungsidee verbunden sei: Es gehe um die geistige Welt der Ideen; das Fremde, auf das man sich einlasse, werde in die eigene Welt inkorporiert. Diesen Bildungsgedanken in der heutigen Zeit weiterzuverfolgen, stelle für die Kleinen Fächer eine besondere Herausforderung dar. Drittens benötigten die Kleinen Fächer auf der nationalen wie europäischen Ebene dringend eine Repräsentanz. Franz brachte die Gründung einer “Clearing-Stelle” auf europäischer Ebene ins Spiel und lobte die Arbeit der Expertenkommission “Kleine Fächer in Baden-Württemberg”. 
Auch HRK-Präsident Horst Hippler (Bonn) schloss sich dieser positiven Einschätzung an – es gebe hier ein sehr starkes Commitment der Universitäten – und definierte dann in seinem Beitrag die Kleinen Fächer als “Hüter unseres kulturellen Wissens”. Die HRK sehe als Handlungsbedarf erstens die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses in den Kleinen Fächern, zweitens eine große Verantwortung seitens der Hochschulen und der jeweiligen Landespolitik und drittens die Setzung und Einhaltung wissenschaftlicher Standards innerhalb des einzelnen Faches. Auch Hippler betonte, dass es nicht um “Artenschutz” gehe, sondern um Weiterentwicklung in einem sich wandelnden System. Um die Kleinen Fächer auf europäischer Ebene sichtbar zu machen, arbeite die HRK mit der französischen Conférence des présidents d’université CPU zusammen. Ziel sei, Methoden für eine gemeinsame europäische Kartierung zu entwickeln. Allerdings sei festzustellen, dass die Geisteswissenschaften ganz allgemein in einigen Ländern unter erheblichem Druck stünden. Der folgende Beitrag unterstrich diese Feststellung. 
Der Keltologe und Vizedekan Peter Schrijver (Utrecht) beschrieb daraufhin die Situation in den Niederlanden. Die Finanzierung der Universitäten erfolge hier allein nach den Studierendenzahlen. Es gebe Geld pro Studienanfänger, pro Diplom und dazu addierten sich die Studiengebühren. Die Folge sei, dass kleine, i. e. “studentenarme” Fächer, unter starkem Druck stünden. Auch Schrijver sah die Lösung in der Definition neuer “Habitate”: Es gehe um (1) die Integration des Kleinen Faches bzw. mehrerer Kleiner Fächer in breitere Studiengänge wie z. B. die “European Languages and Cultures” in Groningen; (2) die Ausbildung von Area Studies wie in Leiden, wo sich beispielsweise die Russlandstudien, Japanstudien, Chinastudien, Lateinamerikastudien und der antike Mittelmeerraum (mit 31+106+78+27+24 Studierenden) zusammengetan hätten; (3) die Vernetzung in breite Studiengänge wie den Liberal Arts and Sciences; (4) nationale Vernetzung, z. B. Verlegung von Portugiesisch innerhalb der Niederlande von Utrecht nach Leiden. Kleine Fächer seien oft zwar “studentenarm”, dafür “forschungsstark”: 22 der 37 ERC-Grants der Niederlande seien beispielsweise in den Kleinen Fächern beheimatet. Für die National Research School “Anchoring Innovation” hätten sie zuletzt 18,8 Mio. Euro eingeworben. Das ändere aber nichts daran, dass in den Niederlanden Deutschland als Hort der Kleinen Fächer wahrgenommen werde.
In Sektion 2 wurden unter dem Titel “Innovativ statt prekär – nachhaltige Strukturen zur Stärkung der Kleinen Fächer” drei Maßnahmen beispielhaft vorgestellt. Mit “PONS – Brücke: Netzwerk Klassische Archäologie für ein Kerncurriculum und zur Motivierung von Studienortwechseln im Inland im Rahmen der gestuften Studiengänge BA/MA”  wurde ein Projekt präsentiert, das von der VolkswagenStiftung 2010 in der Ausschreibung “Bologna – Hochschule der Zukunft” gefördert worden war und das mittlerweile 22 Universitäten in Deutschland mit insgesamt 13 Fächern – allein 9 Standorte der Klassischen Archäologie – umfasst. Etwa 25 % der Studierenden, so Initiator Johannes Bergemann (Göttingen), seien mobilitätsbereit. Ziel sei ein freier Studienortswechsel der Studierenden, unter Mitnahme der Punkte und ohne Exmatrikulation, was einen Vertrag zwischen den Institutionen nötig gemacht habe. Eine Herkulesaufgabe. 7 Jahre nach Projektstart sei diese wichtige Stufe bewältigt. Im zweiten Beispiel ging es um die “Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies”, die die Islamwissenschaftlerin GUDRUN KRÄMER (Berlin) vorstellte. Idee dieser Förderung der Exzellenzinitiative sei eine disziplinenbasierte Multidisziplinarität für 15 Doktorand(inn)en pro Jahrgang an drei Berliner Institutionen: Freie Universität, Humboldt-Universität sowie das Zentrum Moderner Orient. Jedes Jahr würden sich 150 bis 180 Kandidat(inn)en bewerben. Bei der Auswahl seien Sprachkenntnisse sehr wichtig, aber auch die Persönlichkeit des Kandidaten bzw. der Kandidatin und ob es sich um ein überzeugendes Projekt handele. Was das Fortbestehen der Graduate School nach der Exzellenzförderung betreffe, so helfe hier die evidente gesellschaftliche Relevanz der gemeinsamen Fragestellung. Der Arbeitsmarkt der Absolvent(inn)en, so Krämer, sei international; spätere Heimkehrer würden in Deutschland sofort einen Arbeitsplatz finden. 
Das letzte Beispiel in dieser Sektion wurde von Universitätspräsident Walter Rosenthal mit dem Orientalisten Tilman Seidensticker (beide Jena) präsentiert. Es gelte, eine fächer- und fakultätsübergreifende Zusammenarbeit in der Gestaltung attraktiver Studienangebote zu entwickeln. Dazu habe Jena auch einen Universitätsbund mit Leipzig und Halle gebildet, um gemeinsam über Ländergrenzen hinweg erfolgreich Projekte in den Bereichen Forschung und Lehre voranzutreiben. Aufgezählt wurde eine ganze Palette Kleiner Fächer, von der Kaukasiologie über die Wissenschaftsgeschichte bis zur Filmwissenschaft. Ein großes Problem sei, wie man Mobilitätsanreize für Studierende und Lehrende zwischen den drei Städten, so geographisch nahe sie auch beieinander lägen, schaffen könne. Ein Semesterticket gebe es nicht, so dass jede einzelne Fahrt individuell abgerechnet werden müsse. Um neue Ideen in Jena zu ermutigen, sei im Juli 2017 die “Akademie für Lehrentwicklung”  beschlossen und jetzt gerade eröffnet worden. Sie unterstütze Initiativen zur Weiterentwicklung der Lehre im Rahmen wettbewerblicher Antragsverfahren. Zusätzlich zum bereits bestehenden Lehrpreis der Universität sollen durch geeignete Förderlinien Anstöße für die Konzeption und Implementierung neuer Lehrkonzepte gegeben werden. In der Diskussion wurde deutlich, dass praktische und administrative Schwierigkeiten wie die Anrechnung von Studienleistungen zwischen den Universitäten, Semestertickets etc., die in Deutschland viele Probleme bereiten, in der Schweiz beispielsweise nicht bestehen.

Int. Symposium zur Individualisierung der Infektionsmedizin, 21. bis 23. Juni 2018, Hannover. Reisestipendien verfügbar.

MIL OSI – Source: Volkswagen Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Int. Symposium zur Individualisierung der Infektionsmedizin, 21. bis 23. Juni 2018, Hannover. Reisestipendien verfügbar.

Infections remain one of the major causes of death worldwide and we face increasing antibiotic resistance, emerging and re-emerging infectious diseases and their global spread due to the globalization and global mobility. Also, development and application of therapies with maximum efficacy and minimum toxicity remain a fundamental challenge. Thus, new and innovative approaches to optimize clinical care for patients suffering from or being threatened by infectious diseases will be of increasing importance. Tailored therapeutic strategies based on detailed molecular stratification of disease sub-entities have been pioneered in oncology, where characterization of key mutations and molecular pathways already guide diagnostics and therapeutic intervention. Such concepts of individualized medicine and custom-made therapies for each patient also holds untapped potential with a view to the diagnostic workup and treatment of infections. Realizing this potential will require evolving, combining and applying leading know-how and cutting-edge technologies to establish the highest quality of individualized medicine possible.This symposium aims at fostering international and interdisciplinary collaboration by bringing together outstanding experts from different fields to address major scientific questions, tackle ethical, social and economical considerations and discuss the requirements for regulation processes in individualized medicine. The exchange of ideas and resulting discussions will help to guide the path forward for individualized medicine as a whole and individualized infection medicine in particular.
This Herrenhausen Symposium is jointly organized by the Volkswagen Foundation the Hannover Medical School and the Helmholtz Centre for Infection Research (HZI), Braunschweig.
Herrenhausen Symposium “Individualized Infection Medicine – The future is now” June 21 – 23, 2018Herrenhausen Palace, Hanover, Germany
Program
Will be published as soon as all speakers and chairs have confirmed their participation.
(all academic titles have been omitted)
Confirmed Speakers include
Edward Abrahams (Personalized Medicine Coalition, USA)Marylyn Addo (University Medical Center Hamburg-Eppendorf, Germany)Ralf Bartenschlager (Heidelberg University Hospital, Germany)Alena Buyx (Christian-Albrechts-University Kiel, Germany)Markus Cornberg (Hannover Medical School, Germany)Tobias Feuchtinger (Dr. von Hauner Children’s Hospital, LUM Munich, Germany)Susanne Häussler (Helmholtz Centre for Infection Research, Germany)Thomas Illig (Hannover Medical School, Germany)Beate Kampmann (Imperial College London, UK)Paul Kellam (Imperial College London, UK)Steven Kern (Bill and Melinda Gates Foundation, USA)Christoph Klein (Dr. von Hauner Children’s Hospital, LUM Munich, Germany)Heyo Kroemer (University Medical Center Göttingen, Germany)Martin Krönke (University Hospital Cologne, Germany)Thomas Lengauer, (Max-Planck Institute for Informatics, Germany)Nisar Malek (University Hospital Tübingen, Germany)Alice McHardy (Helmholtz Centre for Infection Research, Germany)Michel Nussenzweig (Rockefeller University, USA)Peter Openshaw (Imperial College London, UK)Eric Pamer (Memorial Sloan Kettering Cancer Center, USA)Hagen Pfundner (Roche Pharma AG, Germany)Keith Stewart (Mayo Clinic, Centre for Individualised Medicine, USA)Fabian Theis (Helmholtz Centre Munich, Germany)Otmar Wiestler (Helmholtz Association, Germany)Christoph von Kalle (NCT Heidelberg, Germany)Christopher Woods (Duke Center for Applied Genomics and Precision Medicine, USA)Osmar Zaïane (University of Alberta, Canada)
Registration
There are no fees for attendance but registration is essential. If you would like to attend the conference, please register by clicking on the registration link in the column on the right.
Language
The conference language is English.
Abstract Submission and Travel Grants
Interested researchers are invited to submit an abstract. All submitted abstracts will be evaluated by the steering committee and selected abstracts will be presented in a poster session during the Symposium. Please submit your abstract until January 10, 2018 via www.helmholtz-hzi.de/hs_travel_grants. You will be informed whether your abstract has been selected by February 2018.
The Volkswagen Foundation also offers travel grants for PhD students or Post Docs (max. 5 years since PhD) researching on infectious diseases aiming for new approaches to optimize clinical care. Applicants can win one of 30 travel grants to take part in the Herrenhausen Symposium “Individualized Infection Medicine” in Hanover, Germany. Successful applicants will get the chance to present their research in a poster session and 10 projects will be selected for lightning talks. The posters will be displayed during the entire symposium. The travel grant is paid as lump-sum to mitigate the costs invested for participating in the symposium.
Applicants need to apply until January 10, 2018 by using the application form www.helmholtz-hzi.de/hs_travel_grants. For detailed information please see the announcement in the column on the right. Please note that we’re not able to accept applications after this deadline.
Credit Points for German Physicians
Approved as “Fortbildungsveranstaltung gemäß der Fortbildungsordnung der Ärztekammer Niedersachsen” with 18 credit points, event number: 2760302018002260002, www.aekn.de  and accredited by the “Akademie für Infektionsmedizin e.V.” with 20 iCME.
Venue and Public Transport
The conference is held at Herrenhausen Palace, a modern conference center in Hanover, Germany. You can reach the venue by tram: Take line 4 or 5 and get off at “Herrenhäuser Gärten”.
Accommodation for Participants
Please note that you are responsible for booking your accommodation. As Hanover is a city that hosts many fairs, we recommend booking a hotel as soon as you register.
Cancellation
Please cancel your registration if you cannot attend the conference. We have a waiting list for the meeting and can offer your place to another person if you cannot attend. Simply use the registration tool to cancel or send us an email.

Veranstaltungsdokumentation: Wissenschaft braucht Gesellschaft – Wie geht es weiter nach dem March for Science?

MIL OSI – Source: Volkswagen Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Veranstaltungsdokumentation: Wissenschaft braucht Gesellschaft – Wie geht es weiter nach dem March for Science?

Trotz Wissenschaftskommunikation auf vielen Kanälen: Die Wissenschaftsskepsis wächst. Was ist schiefgelaufen? Und mit welchen Konzepten kann die Wissenschaft ihrer Legitimationskrise begegnen? Dies war das Themenfeld der Fachkonferenz “Wissenschaft braucht Gesellschaft – Wie geht es weiter nach dem March for Science” der VolkswagenStiftung in Partnerschaft mit der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften, der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Robert Bosch Stiftung am 25. und 26. Oktober 2017 in Hannover.

Begrüßung
Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung
Eröffnungsrede (Manuskript, pdf)
Sektion I: Die Verantwortung der Wissenschaft in der Gesellschaft
Eine Sektion in Kooperation mit der Initiative Die offene GesellschaftChair: Gert Scobel, Journalist und Moderator der 3sat-Wissenschaftsreihe “Scobel”

Gerd Scobel, Anna-Lena Scholz, Harald Welzer, Naomi Oreskes (v.l.n.r.). (Foto: Philip Bartz für VolkswagenStiftung)

Prof. Dr. Harald Welzer, Mitgründer, Initiative Offene Gesellschaft; Vorstandsvorsitzender, Stiftung Futur Zwei
Dr. Anna-Lena Scholz, Redakteurin Chancen, DIE ZEIT, Hamburg
Manuskript Kommentar A.L. Scholz (pdf)
Moderation: Gert Scobel, Journalist und Moderator der 3sat-Wissenschaftsreihe “Scobel”
Link zum Video: “Why we should trust science…”: Comments & Discussion (in englischer Sprache)
 
 

Sektion II: Was haben sich Wissenschaft und Gesellschaft (noch) zu sagen?
Impulsreferat, Prof. Dr. Martina Brockmeier, Vorsitzende des Wissenschaftsrats
Manuskript Impulsreferat M. Brockmeier (pdf)
Sektion III: Warum verlieren Menschen das Vertrauen in Wissenschaft – und wie gewinnt man es zurück? 
Impulsreferat: Das große Public Misunderstanding – Warum die Wissenschaft aufhören sollte, die Menschen zu bevormunden, Stefan Wegner, Partner und Geschäftsführer, Scholz & Friends Agenda
Manuskript Impulsreferat Stefan Wegner (pdf)

Arbeitsgruppe 1: Welchen Einfluss haben die Medien auf den Prozess der Vertrauensbildung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit?
(Chair: Prof. Dr. Annette Leßmöllmann, Leitung Abteilung Wissenschaftskommunikation, KIT)
Ergebnisse AG 1 (pdf)
Arbeitsgruppe 2: Ideenlabor “Raus aus der Blase, rein in den Kiez”
(Chairs: Patrick Klügel, Robert Bosch Stiftung, und Dr. Stefan Groß, Geschäftsleitung Neuland Partners)
Ergebnisse AG 2 (pdf)
Arbeitsgruppe 3: Leitkultur oder Multikulti in der Wissenschaftskommunikation?
(Chair: Dr. Wolfgang Rohe, Geschäftsführer, Stiftung Mercator, Essen)
Ergebnisse AG 3 (pdf)
Arbeitsgruppe 4: Wie kann Wissenschaft wirken, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse bezweifelt werden?
(Chair: Markus Weisskopf, Geschäftsführer Wissenschaft im Dialog)
Ergebnisse AG 4 (pdf)

“Wir müssen reden!” Stiftungsmagazin Impulse 2018

“Wissenschaft und Gesellschaft” – diesem Fokus widmen sich auch die IMPULSE (erscheinen Mitte Januar 2018). Gern schicken wir Ihnen das neugestaltete Stiftungsmagazin regelmäßig kostenlos zu. Mailen Sie uns einfach Ihre Postadresse und das Stichwort “Impulse” an presse(at)volkswagenstiftung.de.

Neuer Look, neue Themen: Jetzt das neue IMPULSE-Magazin vorbestellen!

MIL OSI – Source: Volkswagen Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Neuer Look, neue Themen: Jetzt das neue IMPULSE-Magazin vorbestellen!

Reden kann die Wissenschaft. Aber kann sie auch zuhören? Der Werbefachmann Stefan Wegner hat Zweifel. In seinem Beitrag “Das große Missverständnis” zählt er auf, mit welchem Verhalten die Wissenschaft Gefahr läuft, das Vertrauen in der Bevölkerung zu verlieren. Die verbreitete Simulation von Dialogbereitschaft zählt dazu: “Nichts ist frustrierender als ein Gesprächsangebot, das nicht ernst gemeint ist”, schreibt Wegner.
Reden ist gut. Reden und zuhören ist besser, ja, sogar unverzichtbar, wenn man gegenseitig Vertrauen und Verständnis schaffen will. Darum geht es im Titelthema des neuen Stiftungsmagazins IMPULSE: Um die Frage, wie Wissenschaft und Gesellschaft besser miteinander kommunizieren können – zum beiderseitigen Nutzen.
Aber das von Grund auf neugestaltete Magazin der VolkswagenStiftung hat noch andere Themen parat. Es geht um bahnbrechende Medizinforschung bei Neugeborenen, um Feldforschung im Hohen Kaukasus und die wissenschaftliche Deutung der Architektur von Eigenheimen, die “Deutschländer”, Heimkehrer aus unseren Gefilden, in ihrer türkischen Heimat errichten.
Seien Sie gespannt auf die erste Ausgabe des generalüberholten IMPULSE-Magazins. Es erscheint Mitte Januar, und wir schicken Ihnen gern ein Exemplar kostenlos zu – wenn Sie uns eine Mail mit Ihrer Postadresse und dem Stichwort “Impulse” schicken: presse(at)volkswagenstiftung.de.

Wissenschaft und Journalismus: Mehr Fakten gegen Fakes!

MIL OSI – Source: Volkswagen Stiftung – Press Release/Statement

Headline: Wissenschaft und Journalismus: Mehr Fakten gegen Fakes!

Wissenschaftler und Journalisten als natürliche Partner – der Gedanke ist älter als man denkt. Der Vorschlag, zum Beispiel sozialwissenschaftliche Methoden für die Recherche zu nutzen, reicht weit ins vorige Jahrhundert zurück: “Precision Journalism” nannte Philip Meyer die Idee Anfang der 1970er Jahre. Und schon im Jahr 1920 (!) hatte sich Walter Lippman, einer der angesehensten politischen Journalisten überhaupt, dafür ausgesprochen, wissenschaftliche Logik und Strenge in das journalistische Arbeiten zu integrieren – und die wahrheitssuchende Funktion von Nachrichtenmachern auch an objektive Methoden der Wissenschaft (exakte Aufzeichnungen, Messungen, Analyse und Vergleich) heranzurücken.
Warum aber haben sich dann beide Berufsgruppen, Wissenschaftler und Journalisten, bis heute so schwergetan, miteinander zu kooperieren?
Vorurteile müssen auf beiden Seiten überwunden werden
Da sind zum einen Aspekte, die sich unter der Überschrift “Klischee- und Imagefragen” in den jeweiligen Communities zusammenfassen lassen: Der Wissenschaftler befürchtet die Trivialisierung seines Tuns, vielleicht sogar einen Ansehensverlust, wenn er sich zu sehr mit landläufig als “reißerisch” deklarierten Reportern einlässt. Der Journalist muss damit rechnen, dass man ihm in der Redaktion das Klischee des komplizierten Langweilers (also eines Wissenschaftlers) anheftet. Oder er muss einen Verlust an Unabhängigkeit befürchten, wenn er sich nun mit einer Sache wie der Wissenschaft gemein macht, die er doch mit kritischer Distanz beobachten soll.
Nun lassen sich solche Befürchtungen mit Vorsichtsmaßnahmen und Überzeugungsarbeit in Redaktionen und Institutionen meist noch ausräumen. Schwieriger gestalten sich ganz reale Diskrepanzen: Wissenschaftler und Journalisten arbeiten in zeitlich unterschiedlichen Koordinatensystemen. Wo der Journalist Zeit und Geld für Stunden bis Tage zur Verfügung hat, denkt der Wissenschaftler in Monaten. Ähnlich unterschiedlich ist das räumliche Koordinatensystem, in dem schließlich Ergebnisse dargestellt werden können: Wo der Journalist vielleicht mit einer Seite Text plus Infografik oder wenigen Sendeminuten planen kann, schweben dem Wissenschaftler Dutzende Seiten in Fachpublikationen oder gar ein weiterer Foliant fürs Bücherregal vor.
Was Wissenschaftler von Journalisten lernen können
Ausschreibungen wie das Programm “Wissenschaft und Datenjournalismus” der VolkswagenStiftung tragen dazu bei, diese Koordinatensysteme stärker zur Deckung zu bringen. Journalisten erhalten damit mehr Zeit und Mittel, sich mit einem Thema wirklich auseinanderzusetzen. Für Wissenschaftler wird die Zusammenarbeit auch formal legitimiert, bedeutet die Förderung durch eine angesehene Stiftung doch einen Zugewinn an Ansehen und symbolischem Kapital im Wissenschaftssystem selbst. Und methodisch sind es – wie die interdisziplinäre Datenjournalismus-Lehre an der TU Dortmund zeigt – keineswegs nur die Journalisten, die von den Wissenschaftlern lernen. Wissenschaftler profitieren auch von journalistischen Methoden. So erweisen sich die meisten Studierenden aus dem Journalismus nicht nur als stärker als ihre Kommilitonen aus Statistik und Informatik, wenn es um das Finden guter Forschungsfragen geht. Sie sind auch besser darin geschult, die Motive kritisch zu hinterfragen, warum bestimmte Datensätze öffentlich zugänglich sind und andere nicht. Beim Umgang mit dem Publikum, sei es beim Crowdsourcing oder bei der Darstellung der Forschungs- respektive Rechercheergebnisse, profitieren Wissenschaftler ebenfalls von journalistischem Know-how.
Im Netz sind News und Fake News kaum mehr unterscheidbar
Beiden Berufsgruppen eint dabei eine besondere Orientierungsfunktion, die letztlich im Grundgesetz verankert ist. “Wissenschaft und Journalismus gehören zu den unverzichtbaren Eckpfeilern einer demokratischen Gesellschaft”, heißt es in einem Positionspapier der deutschen Wissenschaftsakademien. Gerade im digital-partizipativen Zeitalter, wo – theoretisch – jeder im öffentlichen Diskurs mitmischen kann, wo News und Fake News mitunter kaum unterscheidbar auf den gleichen Kanälen um Aufmerksamkeit konkurrieren, werden Akteure immer wichtiger, deren vornehmste Aufgaben tatsächlich die Suche nach Wahrheit und das Validieren von Fakten sind. Evidenzbasierte Information kann eben doch nicht jeder User liefern. Die Digitalisierung fast aller Lebensbereiche produziert zudem eine Menge an Daten, von denen völlig offen ist, wer diese auswerten kann. Gemeinsam haben Wissenschaftler und Journalisten hier im Sinne der Gesellschaft am ehesten jenen etwas entgegenzusetzen, die bisher vor allem davon profitieren: die großen Internetkonzerne.
Fast 100 Jahre nach Walter Lippmanns Gedanken sind diese aktueller als je zuvor. Um wissenschafts- oder evidenzbasiertem Journalismus aber als feste Größe zur politischen Meinungsbildung zu verstetigen, sollte dieser Bereich auch von anderen als neuer Zweig in der Förderung von angewandter Forschung etabliert werden. Das würde die Chancen verbessern, dass der Journalismus der Zukunft Funktionen erfüllen kann, die mit Wolfgang Donsbach vor wenigen Jahren auch ein deutscher Vordenker der Journalismusforschung als “knowledge profession” bezeichnete.
Der diplomierte Chemiker Holger Wormer war Journalist, zuletzt bei der Süddeutschen Zeitung, bevor er 2004 an die TU Dortmund kam. Dort leitet er den Studiengang Wissenschaftsjournalismus.